Weniger Taten, aber höherer Schaden

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Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland zwar weniger Korruptionsstraftaten als 2016. Gleichzeitig stieg die geschätzte Schadenssumme aber auf rund 291 Millionen Euro an. Dieser Zuwachs sei vor allem auf ein in Bayern geführtes Verfahren zurückzuführen, bei dem 2017 eine mehrstellige Millionensumme in Rede stand, heißt es im neuesten entsprechenden Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA).

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Korruptionsdelikte demnach 2017 um 25 Prozent auf 4.894 ab. Das ist die niedrigste Zahl seit einem halben Jahrzehnt. Zurückzuführen sein dürfte das insbesondere auf immer besser etablierte Compliance-Strukturen in Unternehmen und Behörden sowie auf eine höhere Sensibilisierung von Mitarbeitern für die Problematik.

Gleichwohl muss auch berücksichtigt werden, dass nur ein kleiner Teil der in diesem Feld begangenen Straftaten tatsächlich polizeilich bekannt wird. Oftmals schrecken Verantwortliche vor Anzeigen zurück, weshalb es ein großes Dunkelfeld gibt. Hierzu sagte BKA-Präsident Holger Münch: “Korruption schädigt das Grundvertrauen des Bürgers in die Unabhängigkeit, Unbestechlichkeit und Handlungsfähigkeit des Staates und der Wirtschaft.” Daher sei es wichtig, dass jeder Korruptionsverdacht gemeldet werde.
Hauptmotiv auf der “Geberseite” war dem Lagebild zufolge im letzten Jahr das Erlangen von Aufträgen im Dienstleistungs- und Baugewerbe oder von behördlichen Genehmigungen. Den “Nehmern” ging es vor allem um Bargeld.