Klage gegen Nitratwerte

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verklagt die Bundesrepublik Deutschland und stellvertretend hierfür das Bundeslandwirtschaftsministerium aufgrund der hohen Nitratwerte im Grundwasser, denen bisher keine Abhilfe erfolgte. Grund für die Mehrbelastung sei der Stickstoffüberschuss, der vor allem durch die Landwirtschaft verursacht werde.

Der Nitrat-Grenzwert liegt hierbei bei 50 Milligramm pro Liter Grundwasser. Wenn der Grenzwert überschritten wird, dann müssen Gegenmaßnahmen zur Senkung eingeleitet werden. Der Zwiespalt zeigt sich, dass die Pflanzen Nitrat benötigen, es dient als Dünger. Überschüsse, die jedoch nicht aufgenommen werden, wandern ins Grundwasser. Wiederum 74 Prozent des Grundwassers werden ebenso als Trinkwasser genutzt. Hierbei zeigt sich, dass bei circa 18 Prozent der Messstellen höhere Nitratwerte gemessen werden. Bei Messstellen, die ein großes landwirtschaftliches Einzugsgebiet haben, überschreiten circa 28 Prozent der installierten Messstellen den Grenzwert.

Ist die Regierung selber schuld?

Nitratüberschüsse selbst können den Boden zerstören und den Menschen, durch die Umwandlung im eigenen Körper zu Nitrit, schädigen. Der Europäische Gerichtshof hat im Juni 2018 Deutschland aufgefordert seiner Verpflichtung zur Nitratminderung nachzukommen. Im Hinblick auf die Klage äußert sich der Fraktionsvorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, kritisch: “Diese Klage hat die Bundesregierung sich selbst eingebrockt. Denn das Alibiprogramm der Bundesregierung zum Gewässerschutz wird unser Grundwasser und unsere Bäche nicht vor der Gülle- und Düngerflut aus der Agroindustrie schützen. Nach der EU-Kommission ist die DUH schon der zweite Kläger gegen die Bundesregierung in der Sache, das müsste eigentlich ein Weckruf für die Ministerinnen Schulze und Klöckner sein. Die Bundesregierung muss endlich entschieden gegen die Nitrat-Einträge vorgehen.”