Gegen das “Gaffen” bei Unfällen

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Viele Staus entstehen dadurch, dass Autofahrer bei einem Unfall langsamer vorbeiziehen, um diesen zu beobachten. Damit sie sich und andere dabei weniger in Gefahr bringen, hat Schleswig-Holstein zukünftig mobile Sichtschutzwände im Einsatz. (Foto: BS/Petra Bork/www.pixelio.de)

Nach einem Verkehrsunfall zeigt sich häufig das Phänomen der “Gaffer”, die am Unfallort langsam vorbeifahren oder gar anhalten, um Bilder und Videos vom Unfall machen zu können oder das Szenario zu beobachten. Damit diese den Verkehr und die Sicherheit der anderen Straßenteilnehmer weniger gefährden, hat sich Schleswig-Holstein eine mobile Gegenmaßnahme ausgedacht.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) möchte zukünftig mobile Sichtschutzwände einsetzen, um dieses Phänomen einzudämmen. Der Staatssekretär für Verkehr Dr. Thilo Rolf äußerte sich bei der Präsentation der Sichtschutzwände dazu: “Gaffer erhöhen das Unfallrisiko auf unseren Straßen und behindern die Arbeit der Rettungskräfte – dafür habe ich null Verständnis. Deshalb gehen wir jetzt wirksam dagegen vor.”
Frank Quirmbach, stellvertretender Direktor des LBV.SH kritisierte das Verhalten mancher Mitbürger: “Gerade die Kollegen der Autobahnmeistereien erleben immer häufiger, dass selbst Opfer mit Handys fotografiert und gefilmt werden. Diese Bilder tauchen schnell wieder in sozialen Netzwerken auf. Das will niemand selbst erleiden.”

Für 86.400 Euro wurden zwei einhundert Meter lange Sichtschutzwände angeschafft, wobei der Bund, weil dies auch seine Initiative war, die Kosten hierfür trägt. Diese Wände bestehen jeweils aus 44 einzelnen Elementen, die auf Anhängern der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe sowie der Autobahn- und Straßenmeisterei Elmshorn, gelagert und dann zum Einsatzort transportiert werden