Standort für Cyber-Innovationsagentur gesucht

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Um die Entwicklung innovativer Lösungen im Bereich der Cyber-Sicherheit voranzutreiben, will die Bundesregierung eine neue Behörde unter dem Arbeitstitel “Agentur für Disruptive Innovationen in der Cybersicherheit und Schlüsseltechnologien” (ADIC) einrichten. Der Startschuss soll noch in diesem Jahr erfolgen. Zunächst ist noch die Standortfrage zu klären.
Die Innovationsagentur soll möglichst agil an neuen Lösungsansätzen arbeiten können. Die Idee besteht darin, kleine Teams kurzfristig auf vielversprechende Technologien anzusetzen, um diese schnell evaluieren und dann entweder weiterverfolgen oder ggf. auch fallen lassen zu können. Vorbild für die Arbeitsweise ist die US-amerikanische Behörde DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), die für die Streitkräfte forscht.

Angekündigt wurde die neue Agentur bereits im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien. Entsprechend sind bereits Finanzmittel im Bundeshaushalt vorgesehen. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) und des Bundesministeriums des Innern (BMI).

Standortfrage ist zentral
Unter anderem mit der Standortfrage wird sich das Kabinett in Lauf der nächsten Wochen befassen. “Der Standort wird von eklatanter Bedeutung für den Erfolg der Agentur sein”, sagte Dr. Myriam Boeck, Leiterin des Aufbaustabes im Rahmen der Code-Jahrestagung der Universität der Bundeswehr. Derzeit laufe noch eine umfangreiche Standortanalyse. “Wir schauen uns alle Orte genau an, die irgendwie infrage kommen könnten. Einer der wichtigsten Faktoren ist natürlich die Verfügbarkeit von Personal.” IT-Experten müssten entweder in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stehen oder an einen entsprechend attraktiven Standort gelockt werden können. Nach der Kabinettsitzung soll sich der Haushaltsausschuss des Bundestages mit dem Thema befassen, sodass der Startschuss noch vor Jahresende erfolgen könnte.

Beginnen wolle man mit etwa 20 bis 30 Mitarbeitern und perspektivisch auf bis zu 80 anwachsen, so Boeck weiter. Dabei sei ein regelmäßiger Wechsel im Personal durchaus gewünscht, um Know-how- und Erfahrungsaustausch zu fördern. Erwogen wird auch, den Hauptstandort um weitere dezentrale Außenstellen im Bundesgebiet zu ergänzen.