Mehr Fälle von Menschenhandel

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2017 wurden hierzulande 671 Menschen Opfer von Menschenhandel. Darunter befanden sich 171 Minderjährige. Das entspricht einer Zunahme der Fallzahlen um rund ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig führten die Polizeibehörden im vergangenen Jahr allerdings weniger entsprechende Verfahren. Waren es 2016 noch 375 Verfahren, sank ihre Zahl nun auf 340.

Dabei wurden 489 Opfer sexueller Ausbeutung und 180 Personen erfasst, die unter Arbeitsausbeutung leiden mussten. Insbesondere bei dieser Form des Menschenhandels nahm die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu, wie das Lagebild “Menschenhandel und Ausbeutung 2017” des Bundeskriminalamtes (BKA) zeigt. 2016 wurden in diesem Bereich noch “nur” 48 Opfer gezählt.

Die häufigste Form des Menschenhandels bleibt jedoch jene zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Hier waren die Opfer zu 99 Prozent Frauen, die insbesondere aus Bulgarien, Rumänien und aus der Bundesrepublik selbst stammen.

Neue Straftatbestände berücksichtigt

 Neben der sexuellen Ausbeutung und der Arbeitsausbeutung wurden für das nun präsentierte Bundeslagebild erstmals auch Verfahren zur Ausbeutung bei der Ausübung der Bettelei geführt. Während organisiertes Betteln hierzulande bisher nicht strafbar ist, ist die Ausbeutung bettelnder Menschen seit 2016 sehr wohl ein eigener Straftatbestand. Im vergangenen Jahr wurden in diesem Bereich allerdings noch nur zwei Verfahren geführt.

Für die ebenfalls neuen Straftatbestände der Ausbeutung bei der Begehung von mit Strafe bedrohten Handlungen sowie des Menschenhandels zum Zwecke der rechtswidrigen Organentnahme gab es im ersten Jahr nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung noch keine polizeilich registrierten Fälle.