Fünf Städte sollen die Luft retten

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Fünf Modellstädte machen sich auf den Weg in Richtung Luftreinhaltung, andere sollen folgen. (Foto: Rainer Prautsch, www.pixelio.de)

Die fünf vom Bund ausgewählten Modellstädte, in denen Verkehrskonzepte zur Luftreinhaltung gefördert werden, haben selbige vorgelegt. Die Ideen sind nicht neu: kostengünstigere ÖPNV-Tickets, bessere Taktungen und neue Bushaltestellen finden sich darunter.

Mannheim, Bonn, Essen, Reutlingen und Herrenberg – das sind die Auserwählten. Alle fünf Städte setzen im Kern zunächst auf preiswertere Nahverkehr-Tickets für Busse und Bahnen. Darüber hinaus sollen neue Linien entstehen beziehungsweise die bestehenden besser getaktet werden. Ziel ist, den ÖPNV attraktiver zu gestalten, damit ihn mehr Einwohner nutzen und das Auto öfter stehen lassen. “Wir unterstützen die Modellstädte mit 130 Millionen Euro dabei, den öffentlichen Personennahverkehr vor Ort noch attraktiver zu machen und die Luftqualität in den Innenstädten zu verbessern”, erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei der Präsentation der Konzepte.

Nachdem im kommenden Jahr die Wirksamkeit der Maßnahmen ausgewertet wird, sollen die praktikabelsten von anderen Städten übernommen werden. Denn diese wollen um jeden Preis die drohenden Fahrverbote vermeiden. Hierzu planen die Modellstädte verbilligte Familien- und Tagestickets im ÖPNV sowie ansprechendere Angebote für Jobtickets. Bonn und Reutlingen führen etwa ein Ticket nach dem “Wiener Modell” ein; eine Jahreskarte für 365 Euro. Reutlingen will zudem hundert neue Bushaltestellen sowie zehn neue Linien entstehen lassen.

Mannheim und Herrenberg entwickeln neue Mobilitäts-Apps, die den Fahrgast effizienter ans Ziel bringen sollen. Erstgenannte Stadt will zusätzlich einen Umschlagplatz für Paketfirmen errichten, während die zweitgenannte auf eine digitale Verkehrsplanung mit flexiblen Geschwindigkeitsbeschränkungen setzt. Essen möchte hingegen Prämien an Neukunden zahlen und Fahrradstraßen ausbauen. Eine bessere Taktung der öffentlichen Verkehrsmittel streben alle fünf Städte an. Dies bedeutet allerdings, dass mehr Fahrzeuge eingesetzt werden müssen. Wenn gleichzeitig aber nicht die Elektromobilität plus dazugehöriger Infrastruktur gefördert und weiterhin auf Diesel-Nachrüstungen verzichtet wird, könnten sich die Konzepte langfristig als Luftnummer entpuppen, befürchten Kritiker.