Gute Logistik für lebenswerte Innenstädte

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Zukunftsfähige Logistik, die die Lebensqualität in den Innenstädten erhalten soll: Dazu gehören auch Lastenfahrräder. (Foto: Eric Fischer, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Der Deutsche Städtetag (DST), der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB), der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) haben ein gemeinsames Ziel: den Erhalt lebenswerter Städte und Gemeinden, in denen eine gute Versorgung der Bevölkerung gesichert wird. Dazu haben die Spitzenverbände eine gemeinschaftliche Absichtserklärung mit konkreten Zielen und Maßnahmen unterzeichnet.

Das Hauptaugenmerk liegt den Verbänden zufolge darauf, Kurier-, Express- und Paket-Verkehre (KEP) “stadtverträglich und so effizient wie möglich abzuwickeln”. Neue Konzepte zur Verkehrsvermeidung seien vor dem Hintergrund zunehmender KEP-Sendungsmengen, vor allem durch den Online-Handel, nötig. Der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Dr. Gerd Landsberg erklärt: „Das Verkehrsaufkommen durch den Lieferverkehr muss deutlich reduziert werden, um die Lebens- und Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen zu verbessern. Daher begrüßen wir die in der gemeinsamen Vereinbarung verankerte Zusage, dass die KEP-Dienste ihre Stadtverträglichkeit erhöhen und ihre Fahrzeuge auf alternative Antriebe umstellen werden. Zukunftsfähige Logistik für Städte und Gemeinden funktioniert nur im Zusammenwirken von Zustelldiensten und Kommunen.”

Darüber hinaus einigten sich die Verbände auf innovative Maßnahmen wie Mikro-Depots oder speziell umgebaute Fahrzeuge, mit denen leise Nachtlieferungen erprobt werden sollen. “Gemeinsam mit Städten, Kommunen und Logistikern arbeitet der Handel an Lösungen, die sowohl die pünktliche Lieferung als auch eine hohe Aufenthaltsqualität in den Städten sicherstellen“, so

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Mitunterzeichner Marten Bosselmann, Geschäftsführer des BIEK, ergänzt: ” Wir freuen uns über die Unterstützung der kommunalen Spitzenverbände bei verkehrspolitischen Maßnahmen. Dazu zählen das Freihalten und Ausweisen von privilegierten Ladezonen oder in den Städten zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen Fußgängerzonen für die Belieferung mit Lastenfahrrädern und Fahrzeugen mit alternativen Antrieben freigegeben werden können. Die Empfehlung an die Städte, einen koordinierenden Ansprechpartner zu schaffen, der in Logistik- und Flächenfragen für die Stadt spricht, wird zudem die Zusammenarbeit mit den KEP-Unternehmen weiter verbessern.”

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des DST betont: „Die Menschen in den Städten wollen nicht noch stärker mit Lärm und Abgasen belastet werden. Gleichzeitig sind Paketzustellungen für das Wirtschaftstreiben in den Städten nötig, denn davon profitieren die Menschen wie auch der Handel. Der Paketverkehr muss möglichst leise und umweltverträglich sein und alle unnötigen Wege vermeiden. Es gilt also, unterschiedliche Interessen und Ansprüche auszugleichen. Deshalb ist es gut, dass Paketlogistik, Handel und Kommunen sich austauschen und gemeinsam verträgliche Lösungen suchen und ausprobieren wollen.“