Blackout in Europa?

0
2857
Experten befürchten, dass gezielte Cyber-Angriffe auf Stromerzeuger zu einem flächendeckenden Blackout in Europa führen können. Die Bundesnetzagentur hält so weitreichende Folgen für unwahrscheinlich. (Foto: Kai Krüger, www.fotolia.com)

In einer Analyse zur Cyber-Sicherheitslage warnt das Nationale Cyber-Abwehrzentrum (Cyber-AZ) die Bundesregierung vor möglichen Attacken auf Kritische Infrastrukturen (KRITIS). Erkenntnisse über Angreifer, die in der Vergangenheit Strom-, Wasser- und Gasversorger im Ausland im Visier hatten, seien demnach besorgniserregend.

Die Experten befürchten, es könne wegen der starken Vernetzung der Versorger in Europa im Angriffsfall einen Domino-Effekt geben, der zu großflächigen Ausfällen in Europa führen könnte. Möglicherweise würde es reichen, wenn Angreifer mehrere Kraftwerke in Deutschland mit einer gewissen Gesamterzeugungsleistung gezielt attackieren. Selbst wenn diese nur zeitweise lahmgelegt würden, könne die Netzstabilität grenzübergreifend gefährdet sein. Die Folge: Weitere Kraftwerke würden europaweit automatisch herunterfahren. Es käme zum flächendeckenden oder sogar vollständigen Blackout.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hält es dagegen für unwahrscheinlich, dass selbst der gleichzeitige Ausfall mehrere Kraftwerke zu einer großflächigen Versorgungsstörung führen könnte. Zwar sei ein Blackout nie zu 100 Prozent auszuschließen. Die von den Netzbetreibern vorgehaltene Regelleistung könne aber Defizite bei der Erzeugungsleistung ausgleichen. Reiche dieser Puffer nicht aus, sorge Schutztechnik der Netzbetreiber für weitere Sicherheit.

Die Vernetzung der europäischen Stromnetze sei eher ein Sicherheitsgewinn, heißt es weiter aus der BNetzA, da sie helfe, Ausfälle zu kompensieren. Kleinere Netze hätten in der Regel höhere Ausfallrisiken.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here