Rheinmetall gewinnt Auftrag in Australien

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Rheinmetall ist von der australischen Regierung mit der Lieferung von 211 Radpanzern des Typs “Boxer” beauftragt worden. Der Gesamtwert der Fahrzeuge beläuft sich auf 2,1 Milliarden Euro. Das sieht ein in Canberra vom bisherigen australischen Premierminister Malcolm Turnbull und dem Geschäftsführer von Rheinmetall Defence Australia, Gary Stewart, unterzeichneter Vertrag vor.

Der damalige Regierungschef hatte bereits im März die Absicht seiner Regierung verkündet, Rheinmetall mit der Lieferung des “Boxers” zu beauftragen. 2016 war der “Boxer” CRV (Combat Reconnaissance Vehicle) im australischen Auswahlverfahren “LAND 400 Phase 2” als einer von zwei Kandidaten für die intensive Erprobungsphase ausgewählt worden. Der andere Kandidat war das gepanzerte Radfahrzeug AMV35 des finnischen Rüstungskonzerns Patria.

Die Auslieferung der modernen 8×8-Allradfahrzeuge soll im Zeitraum von 2019 bis 2026 erfolgen. Die australischen Streitkräfte führen den “Boxer” im Rahmen des Projektes “Combat Reconnaissance Vehicle” (CRV) in mehreren Varianten ein. Die Spähpanzer-Varianten – 133 der 211 Fahrzeuge – werden zudem mit einem “Lance”-Turm von Rheinmetall ausgestattet sein, der über eine 30-Millimeter-Kanone verfügt. Rheinmetall kooperiert in dem Boxer 8×8 CRV-Projekt eng mit der australischen Industrie. Über 40 australische Unternehmen werden in das Programm eingebunden, so dass dort auch ein signifikanter Teil der industriellen Wertschöpfung stattfindet.

Ben Hudson, Leiter der Vehicle Systems Division und Mitglied des Bereichsvorstands von Rheinmetall Defence, sagte über den Auftrag: “Der “Boxer” ist aufgrund seiner Fähigkeiten, seinem hohen Schutzniveau und dank seiner Modularität der beste zur Zeit verfügbare Radpanzer. Er schützt sowohl gegen asymmetrische Bedrohungen, denen australische Soldaten in ihren jüngsten Einsätzen ausgesetzt waren, als auch gegen konventionelle Angriffe im Einsatz.” Man werde der australischen Armee ein hervorragendes Produkt liefern und weiterhin ein verlässlicher Partner sein, so Hudson.

Und Gary Stewart von Rheinmetall Defence Australia ergänzte, dass Rheinmetall zur Realisierung des Projekts am Standort Brisbane im Bundesstaat Queensland ein eigenes Kompetenz- und Fertigungszentrum aufbauen werde. “Das wird zur Etablierung einer eigenständigen militärischen Fahrzeugindustrie in Australien beitragen und unsere langfristige Partnerschaft mit der australischen Regierung untermauern”, zeigte er sich überzeugt.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, meinte schließlich: “Es ist uns eine Ehre, dass wir von der australischen Regierung als Partner in einem so umfassenden Vorhaben zur Modernisierung der Streitkräfte ausgewählt worden sind.” Damit setze sich die erfolgreiche Zusammenarbeit Rheinmetalls mit der australischen Regierung und den Streitkräften in überzeugender Weise fort.

Der “Boxer” wurde bereits von der Bundeswehr und den Streitkräften in den Niederlanden und in Litauen beschafft. Die Grundversion der Kfz-Familie ist das Gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug (GTK) “Boxer”, das von der Artec GmbH in München – einem Joint Venture von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und von Rheinmetall – gebaut wird. Angetrieben wird es von einem 8-Zylinder-Dieselmotor von MTU Friedrichshafen.

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