“Ich finde, darauf kann man stolz sein”

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“Die Berliner Verwaltung ist kreativ und innovativ. Aber dies sehen leider nicht alle so. Manche denken, wir sind ein Fail-State”, merkt der regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), kritisch an. Das Berlin gerade nach schweren Schlägen wieder aufsteht, statt liegen zu bleiben, macht er deutlich.

“Die Jahre des Kürzens und Sparens nach der Wende gehen nicht spurlos an einer Stadt vorbei. Infrastruktur, Personal und vieles mehr konnten sich nicht entwickeln”, so der Bürgermeister. Vor drei Jahren sei deshalb der Entschluss gefallen, so könne es nicht weiter gehen. “Wir müssen wieder mehr investieren und wir brauchen mehr Menschen im Öffentlichen Dienst.”

Jedes Jahr ziehen 40.000 Menschen nach Berlin. Die Anzahl die der Einwohnerzahl einer Stadt entsprechen. 2015/16 kamen noch 100.000 Flüchtlinge hinzu. “Wir haben Arbeitsmarktprogramme, Willkommens-Klassen für die Kinder. Dies hat die Verwaltung organisiert und zwar neben dem Tagesgeschäft. Ich finde, darauf können wir stolz sein”, betont Müller auf dem Creative Bureaucracy Festival. Aber es sei auch nicht alles rosig. Es würden 3.000 Kitaplätze fehlen, was für jene Familien ein echtes Problem darstelle. “Gleichzeitig haben wir 170.000 Plätze und 12.000 davon sind unbesetzt. Aber sie sind unglücklich verteilt.” Dem müsse Abhilfe geschaffen werden.

Zudem werde Personal eingestellt. Auch damit die Ämter wieder effizienter arbeiten können. “Die Leute stehen vielfach an. Manchmal sind es nur acht Stunden, manchmal warten sie acht Wochen auf einen Termin. Dies kann kein dauerhafter Zustand sein”, merkt der Bürgermeister an. Deshalb stiegen auch die Gehälter an und würden in manchen Bereichen weiter ansteigen, bis sie mit dem Bundesniveau mithalten können.

“Das Schlimme ist die Tatsache, dass in den nächsten sieben Jahren 30 Prozent der aktuellen Mitarbeiter in Pension gehen. Damit geht auch viel Kompetenzverlust einher. Gleichzeitig kommt eine neue Generation nach, mit eigenen Visionen.” Aber für diese müsse die Verwaltung attraktiv bleiben. Dass sogar Ingenieure in die Hauptstadt kommen und dort verweilen erklärt er hierbei: “Jemand der interaktiv mit den Bürgern agieren möchte und sehen will, dass seine Aufgabe direkte Auswirkungen auf seine Stadt hat, kann dies bei uns eher als in einem Bundesministerium erleben”, begründet er, weshalb die Stadtverwaltung auch für Fachkräfte interessant ist.

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