Waldbrandprävention ausbauen

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Waldbrände haben in den vergangenen Monaten massive Schäden am Holzbestand angerichtet. Nun werden Stimmen laut, die Bemühungen zur Verhinderung solcher Feuer zu intensivieren. (Foto: W. Broemme, www.pixelio.de)

Allein in Nordrhein-Westfalen gab es seit Mai 39 schwere Wald- und Feldbrände. Diese Zahl nannte kürzlich das Düsseldorfer Innenministerium. Aufgrund dieser Häufung, die nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren zur Regel werden wird, sollten nun die entsprechenden Präventionsanstrengungen intensiviert werden.

Das verlangen der Vorsitzende des Gemeindewaldbesitzerverbandes Nordrhein-Westfalen, der Schmallenberger Bürgermeister Bernhard Halbe, und der Geschäftsführer der Interessensvertretung, Dr. Gerd Landsberg. Dieser sagte zu den in der bisherigen “Saison” gezählten Wald- und Feldbränden im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland: “Das sind so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Jeder Waldbrand ist einer zu viel.” Angesichts des Klimawandels müsse die Waldbrandvorbeugung ausgebaut werden. “Wir brauchen neue Strategien bei der Ausrüstung, Wasserreservoirs und der Zusammenarbeit.” Benötigt würden mehr Feuerlöschteiche, breitere und löschfahrzeuggeeignete Waldwege, verstärkte Drohnenüberwachung sowie ausreichende Hubschrauber mit Außenlastbehältern. Zudem brauche es moderne und leichtere Waldbrandschutzkleidung sowie regelmäßige Übungen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und den Feuerwehren mit der Vermittlung von Ortskenntnissen, meint Landsberg.

“Fliegende Spezialisten” sinnvoll

Das Land solle die Kommunen noch stärker bei der Einsatzplanung beraten und unterstützen. Hier seien künftig auch die Forstbehörden gefordert, noch enger als bisher mit den Feuerwehren zu kooperieren. Eine flächendeckende Waldbrandbekämpfungsausbildung der rund 100.000 ehren- und hauptamtlichen Feuerwehrleute in Nordrhein-Westfalen hält Landsberg nicht für erforderlich. Stattdessen sollte seines Erachtens eine Handvoll Feuerwehrleute und Forstmitarbeiter zu Waldbrandexperten weitergebildet werden. Sie könnten dann als “fliegende Spezialisten” zu Bränden entsandt werden.

Auf neue Baumarten setzen

Des Weiteren sei ein Waldumbau erforderlich. Die heutigen monotonen Nadelwälder müssten durchmischt werden. Es brauche mehr Laubholz, etwa Eiche, Buche oder Bergahorn. Gleichzeitig müsse das Baumartenportfolio erweitert werden. Dazu müssten auch klimaresistente Nadelhölzer wie Douglasie, Lärche, Küstentanne und bisher noch eher wenig bekannte Baumarten wie Mammutbaum oder Libanonzeder gepflanzt werden.

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