Mut zur Veränderung – keine Angst vor Fehlern

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Mut zur Veränderung im Rahmen der Digitalisierung und ein damit verknüpfter Kulturwandel der öffentlichen Verwaltung standen im Zentrum der Rede von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, auf der diesjährigen PITS.

“Die digitale Gesellschaft braucht eine digitale Verwaltung”, so Pinkwart. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die Anforderungen, die Bürger und Wirtschaft an die öffentliche Verwaltung stellten und deren Erfüllung ein bedeutender Faktor für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts seien. Gerade die Unternehmen wünschten sich hier mehr Angebote des Staates. So habe man in NRW, einem Wunsch der Wirtschaft nachkommend, zu Beginn des Jahres die elektronische Umsatzsteuernummer eingeführt. Das Land habe zudem Anfang Juli ein Portal zur Online-Gewerbeanmeldung gelauncht, welches nun sukzessive durch weitere Services ausgebaut werden solle.

Mehr als nur IT

Die Digitale Verwaltung sei – mit dem Blick auf die behördeninternen Prozesse – aber weitaus mehr als nur ein IT-Thema. “Die Digitalisierung der Verwaltung ist vor allem ein Change Prozess”, erklärte Pinkwart. Man brauche daher ein Gesamtkonzept für diesen Transformationsprozess, der u.a. Meilensteine definiere und die Einbindung der Mitarbeiter strukturiere.

Wichtig war Pinkwart in diesem Zusammenhang: “Wir müssen in diesem Prozess auch Fehler zulassen, um daraus lernen.” Hiermit tue sich die öffentliche Verwaltung bislang schwer. Um andere Akteure davor zu bewahren, die gleichen Fehler zu machen, müssten diese zudem öffentlich gemacht werden – ein Novum in der Verwaltung. Unter dem Strich brachte es Pinkwart auf die Forderung: “Wir brauchen einen grundlegenden Kulturwandel.” Das Veränderungsmanagement sei hierbei insbesondere eine Führungsaufgabe.

Nicht von Ängsten beherrschen lassen

Mit Blick auf die IT-Sicherheit machte Pinkwart klar: “Wir dürfen uns nicht von den Ängsten beherrschen lassen.” Dennoch müsse man die Bedrohungen durch Cyber-Angriffe selbstverständlich ernst nehmen und geeignete Maßnahmen ergreifen. Das Land sei gegenwärtig dabei, auf der Grundlage einer IT-Sicherheitsleitlinie ein Informations-Sicherheits-Management-System (ISMS) zu installieren. Ganz wichtig ist im dabei die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter, etwa über Kampagnen wie “Na sicher! NRW”. Pinkwart unterstrich hierbei die Rolle der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austauschs. So habe man etwa mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine entsprechende Vereinbarung getroffen.

Auch mit Blick auf die Hierarchie lässt er keine Zweifel an der Bedeutung des Themas aufkommen: “Ich betrachte IT-Sicherheit als Chefsache.” Dies habe er auch in seinem Hause unmissverständlich klar gemacht.

Angesichts der Bedrohungslage müsse man auch bereit sein, mit Rückschlägen zu leben. “Wichtig ist, dass wir in der Lage sind, auf Angriffe entsprechend zu reagieren”, so Pinkwart. Eines unterstrich er jedoch zum Abschluss seiner Rede: “Wir dürfen über die erforderlichen Maßnahmen der IT-Sicherheit nicht die notwendige Digitalisierung der Verwaltung aufhalten.”

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