Organisierte Kriminalität sickert ein

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Im Bereich von Cyber Crime sind inzwischen nicht mehr nur “einfache” Kriminelle, professionelle Hacker sowie fremde Staaten unterwegs. Auch Mitglieder von Gruppierungen aus der Organisierten Kriminalität (OK) haben diesen Kriminalitätsbereich als Geschäftsmodell entdeckt. Davor warnte Markus Koths, Leiter der Gruppe “Cyber Crime” beim Bundeskriminalamt (BKA).

Zudem räumte er ein: “Die Polizeiliche Kriminalstatistik allein reicht nicht aus, um das Phänomen Cyber Crime zu erklären.” Für ein umfängliches Lagebild müssten zusätzliche wissenschaftliche Studien herangezogen werden. Schließlich sei Kriminalität im digitalen Raum ein Massenphänomen mit erheblichem Wachstumspotenzial und großen Gewinnspannen. Besonders lukrativ sei dabei Cyber Crime-as-a-Service”. Hierbei handele es sich um den “Katalysator” und das Rückgrat von Cyber Crime”, so Koths auf der PITS des Behörden Spiegel in Berlin. Schließlich könnten sogenannte Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS-Angriffe) im Darknet bereits für vier US-Dollar pro Stunde erworben werden.

Bedrohung nimmt zu

Als eine weitere anwachsende Bedrohung identifizierte Koths vor rund 800 Teilnehmern Botnetze, über die u.a. Ransomware verschickt werden kann. Die besondere Gefahr dabei: in Botnetze könnten immer öfter auch IoT-Geräte eingebunden werden, da diese herstellerseitig zu schlecht abgesichert seien. Gleiches gelte für mobile Endgeräte, erklärte der BKA-Vertreter. Er verlangte: “Wir brauchen im Kampf gegen Cyber Crime einen Rechtsrahmen 4.0 und Öffentlich Private Partnerschaften.”

Um hier voran zu kommen, habe das BKA zusammen mit den Ländern eine Bekämpfungsstrategie gegen Cyber Crime entwickelt. Sie verlange u.a. eine Anpassung des Rechtsrahmens, etwa durch eine Reform der Strafprozessordnung, beinhalte Elemente der Personalentwicklung, wie die Einstellung von externen IT-Spezialisten, beantworte Organisationsfragen und fordere zu Kooperationen auf. Dabei könne es sich um eine Zusammenarbeit mit der Wissenschaft oder mit privaten Unternehmen handeln, erläuterte Koths.

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