Neue Ermittlungsansätze möglich

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Die IT-Forensik ermöglicht ganz neue, bisher unbekannte Ermittlungsansätze und –methoden. So können durch sie u.a. Störgeräusche aus Audioaufnahmen entfernt, Autokennzeichen erkannt und Daten von mobilen Endgeräten ausgelesen und analysiert werden. Auf diese Vorzüge der IT-Forensik wies Björn Schemberger hin.

Der stellvertretende Leiter des Fachbereichs digitale Spuren im Landeskriminalamt Baden-Württemberg machte auf der PITS in Berlin deutlich, dass IT-Forensik eine Dienstleistung für polizeiliche Ermittler sei. Außerdem handele es sich dabei um die “Pathologie der IT. Schemberger zeigte sich überzeugt: “IT-Forensik hilft bei der Strafverfolgung enorm.”
Swen Weiland vom Referat “Zentraler Kriminaldienst” in der Polizeiinspektion Göttingen wiederum machte auf die Grenzen und Probleme des Ansatzes aufmerksam. Dazu gehörten Fragen wie: “Sind die analysierten Daten valide?” und “Wie werden die Daten eigentlich ausgelesen?”. Des Weiteren sei es teilweise schwierig, neue Datenspeicher sofort zu erkennen und ihren Mehrwert zu bestimmen. Zudem müssten immer wieder neue, rationale Möglichkeiten zur Datenanalyse gefunden werden, mahnte Weiland.

Prof. Dr. Dirk Labudde von der Hochschule Mittweida schließlich konstatierte eine fehlende Trennung zwischen digitaler und analoger Identität. Außerdem appellierte er an die Wirtschaft, auf die Behörden zuzugehen und ihnen Zugänge zu ihren Daten und Datenbanken zu eröffnen. Aber auch die Bürger selbst seien gefordert, Cyber Crime-Fälle zu melden. Nur dann könnten aus ihnen Schlüsse gezogen und Abwehrstrategien für die Zukunft entwickelt werden. Letztere müssten ohnehin gemeinsam erarbeitet werden. Hierzu brauche es einen Runden Tisch von Vertretern der Industrie, der Wissenschaft und der Behörden, unterstrich der Wissenschaftler.

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