1,4 Mio. Euro für Telemedizin

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E-Health ist im Zeitalter der Digitalisierung eines der Top-Themen. Die Regierung Sachsens fördert nun ein Telemedizin-Vorhaben, um langfristig dem demografischen Wandel gerecht zu werden. (Foto: Bru-nO, CC0, https://pixabay.com/)

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) hat zwei Fördermittelbescheide mit einer Gesamtsumme von 1,4 Mio. Euro an Prof. Hagen Malberg, Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik der TU Dresden, übergeben. Damit soll das Forschungsvorhaben “Häusliche Gesundheitsstation” gefördert werden. In dem Bereich E-Health ist aktuell viel in Bewegung, wie sich auch bei der E-Health-Conference zeigte.

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer kontaktlosen Messtechnik zur Erfassung von Vitalparametern für das Patientenmonitoring. Dies erfolgt beispielhaft bei der Betreuung von Herzschwächepatienten.

“Ich freue mich als Gesundheitsministerin natürlich ganz besonders, wenn sich über die Digitalisierung im Gesundheitswesen neue Möglichkeiten für die Behandlung chronisch kranker Menschen ergeben. Denn Digitalisierung für sich ist noch kein Wert – sie muss einen konkreten Nutzen für die Menschen haben”, betont Klepsch.

Malberg ergänzt: “Die Verlagerung der medizinischen Versorgung in den häuslichen Bereich ist eine wachsende Tendenz. Einerseits entspricht sie dem Patientenwunsch und andererseits ist sie eine Reaktion auf die demografischen Veränderungen und den wachsenden Kostendruck.”

Ein Aspekt der auf der E-Health-Conference des Bitkom ebenso zum Ausdruck kam: “Patienten möchten mehr Souveränität. Der Arzt bestimmt über die Therapie, die Krankenkassen über die Medikamente und die Datenschützer darüber, welche Daten geschützt werden müssen. Zu selten werden Patienten gefragt”, so Eva Schumacher-Wulf, Herausgeberin von “Mamma Mia, die Krebsmagazine”.

Durch die Digitalisierung sei ein Wandel eingetreten: “Es existieren Online-Selbsthilfegruppen und man kann durch die Social-Media-Kanäle seine Meinung öffentlich machen”, sagte sie. Was noch fehle, sei eine “bessere” Betreuung von Schwerkranken. Diese könnten oft nicht die Medikamente abholen oder zum Arzt gehen, da brauche es eine “bessere Lösung”.

Telemedizin kann dabei ein Teil der Lösung sein. “Bei der Telemedizin nimmt sich ein Arzt durchschnittlich zwölf Minuten pro Patient Zeit. Bei einem Besuch sind dies oft nur sechs bis acht Minuten”, erläutert Prof. Dr. Christiane Woopen, Geschäftsführerin von ceres. Ärzte müssten sich nicht sorgen, dass sie eines Tages ersetzt werden. Aber die Digitalisierung helfe ihnen, sich besser um ihre Patienten zu kümmern.

Mehr zur Digitalisierung wird auf der Smart Country Convention, vom 20. bis 22. November 2018 in Berlin, zu erfahren sein. Der Behörden Spiegel ist Medienpartner der Bitkom-Konferenz.

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