Azubi-Recruiting Trends 2018 für den Public Sector

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“Wir sind Meister darin, an der heutigen jungen Generation herumzumeckern, aber Kinder und damit Auszubildende sind ein rares Gut”, betont Felicia Ullrich, Geschäftsführerin, u-form Testsysteme GmbH & Co KG. Deshalb müssen sich auch Arbeitgeber viel mehr in diese Zielgruppe hineinversetzen. Denn wie die Studie “Azubi-Recruiting Trends 2018” und die Branchenedition Public Sector des Unternehmens zeige, bekommen mehr als 60 Prozent der Auszubildenden mehr als ein Ausbildungsangebot und entscheiden damit selbst, wo sie arbeiten. Und auch an anderer Stelle haben öffentliche Auftraggeber noch Verbesserungspotenzial.

Dabei steht bei vier von fünf Auszubildenden der Generation Z (ab Jahrgang 1995) die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an erster Stelle. “Die Generation will arbeiten, aber unter anderen Bedingungen”, so Ullrich weiter. Darauf müssen sich Arbeitgeber einstellen. Zwar genießen Berufe wie Polizist (85 Prozent) und der klassische Beamte (80 Prozent) bei der jungen Generation mit Abstand das meiste Ansehen, das sei jedoch kein Selbstläufer. Eben deshalb müsse schon in Stellenanzeigen gezeigt werden, was der künftige Arbeitgeber zu bieten habe.

Verständliche Stellenanzeigen

Der Öffentliche Dienst sei Meister im Formulieren von Anforderungen, gebe aber zu wenig Orientierung. “Gerade bei Ihnen möchte man auch Spaß haben”, bringt Ullrich die Ansichten der heute unter 20-jährigen auf den Punkt. Dazu gehöre, dass Jobinserate für die Zielgruppe verständlich geschrieben werden. Dass dies oftmals nicht geschehe, zeige schon das Beispiel Bezahlung. Kein Jugendlicher wisse, was eine Bezahlung gemäß TVAöD [Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes; Anmerkung der Redaktion] bedeute. “Schreiben Sie stattdessen direkt das Ausbildungsentgelt für das Lehrjahr hinein”, so die Geschäftsführerin. Zudem müssen Stellenanzeigen heute digital gefunden werden können, zugleich aber auch “persönliche Touch-Points bieten”.

Differenzierte Denkmuster

Wie unterschiedlich hier die Denkmuster sind, zeigt die nebenstehende Grafik. Besonders die Anforderungen an den Bewerber werden höchst unterschiedlich betrachtet, ebenso wie die beruflichen Möglichkeiten nach Abschluss der Ausbildung, Informationen über den Ablauf der Ausbildung sowie über die Ausbilder.
Ähnlich differenziert sind die Ansichten zum Bewerbungsgespräch. Natürlich möchte ein Bewerber möglichst viele Informationen über den Betrieb und den Beruf erhalten, während der Arbeitgeber vom potenziellen neuen Mitarbeiter möglichst viel in Erfahrung bringen möchte. Aber während 60 Prozent der Azubis davon ausgehen, dass der Arbeitgeber Interesse am Auszubildenden zeige und auf seine Fragen antworte, verfolgen nur 26 Prozent der Ausbildungsverantwortlichen dieses Ziel.
Und auch beim Umgang mit digitaler Technik haben Bewerber und Ausbilder verschiedene Ansichten. So meinen 80 Prozent der Auszubildenden sie könnten schnell wichtige von unwichtigen Informationen im Internet unterscheiden und ebenso zügig die Glaubwürdigkeit von Websites verlässlich einschätzen. Auf der anderen Seite sind gerade mal 32 Prozent dieser Ansicht. Demgegenüber meinen knapp 60 Prozent der Personalverantwortlichen, dass Azubis große Datenmengen über webbasierte Datentransfers austauschen würden. Tatsächlich machen dies aber nur 21 Prozent.

Einflussfaktor Eltern

Abschließend rät die Geschäftsführerin: “Machen Sie ein besseres Empfehlungsmarketing.” Wie die Branchenedition “Public Sector” zeige, wissen über 73 Prozent der Ausbildungsverantwortlichen, dass der Dialog mit den Eltern die Entscheidung der jungen Menschen hinsichtlich eines Ausbildungsplatzes maßgeblich beeinflusst. Aber nur knapp 35 Prozent der Personalverantwortlichen beziehen die Eltern “häufig” oder “sehr häufig” in das Ausbildungsmarketing mit ein.

Über die Studie

Für die “Azubi-Recruiting-Trends 2018” wurden insgesamt 5.537 Bewerber, Auszubildende und Ausbildungsverantwortliche zu aktuellen Fragestellungen rund um die Themen Ausbildungsmarketing, Azubi-Recruiting und duale Berufsausbildung befragt. An der Branchenedition nahmen zusätzlich 609 Teilnehmer aus dem Öffentlichen Dienst teil. Darunter 378 Bewerber, Auszubildende und Ausgebildete sowie 231 Ausbildungsverantwortliche. Ziel der Studie ist es, die Sichtweise von Bewerbern und Auszubildenden mit denen der Ausbildungsverantwortlichen zu vergleichen um daraus möglichst praxisorientierte Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dabei wird der gesamte Prozess, von der Job-Auswahl über Stellensuche und Bewerbung bis zur Einstellung und betrachtet.
Die Studie wurde wissenschaftlich betreut durch Prof. Dr. Christoph Beck von der Hochschule Koblenz.

Den vollständigen Bericht der Branchenedition Public Sector der gemeinsamen Studie “Azubi-Recruiting Trends 2018” finden Sie unter: www.testsysteme.de/studie

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