Bundesagentur für Arbeit eröffnet Agilen Campus

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Um agile Entwicklungsmethoden besser nutzen zu können, hat das IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Agilen Campus am Standort im Nürnberger Südwestpark bekommen. Die neuen Räumlichkeiten sollen flexibleres, eigenverantwortliches und kreativeres Arbeiten vor allem bei der Software-Entwicklung fördern.

“Wir können nicht so weiterarbeiten, wie in den letzten 20 Jahren”, stellt Dr. Markus Schmitz zur Eröffnung klar. “Wir müssen uns schneller, interdisziplinärer und vor allem radikal kundenorientiert aufstellen”,sagt der Generalbevollmächtigte der BA und Geschäftsführer Informationstechnologie und Digitale Prozesse – mithin CIO der BA.
Ziel sei es, so Schmitz weiter, die Gewohnheiten der Kunden mit alltäglichen Online-Diensten auch bei den Verwaltungsdiensten widerzuspiegeln. “Digitalisierung findet auch ohne Verwaltung statt”, mahnt er. “Aber Verwaltung kann heute nur erfolgreich sein, wenn sie sich digitalisiert.”

Die Kunden erwarten, Dienste zu jeder Zeit an jedem Ort in Anspruch nehmen zu können, ergänzt der Vorsitzende der Geschäftsführung des IT-Systemhauses, Dr. Martin Deeg. Die Mitarbeiter auf der anderen Seite erwarteten Medienbruchfreiheit. “Kundendaten müssen im Prozess mitwandern, statt immer wieder neu eingegeben werden zu müssen.” Letztlich gelte: “Ein gute und leistungsfähige Software ist trotz allem ein Reinfall, wenn sie knapp an der Kundenerwartung vorbei entwickelt wurde.”

Raum fürs agile Arbeiten

Einfangen will man diese Ausrichtung auf den Kunden mit einer Herangehensweise, die die Anforderungen der Kunden an den Anfang setzt und Feedback zum ständigen Begleiter macht. Bei der Scrum-Methode arbeiten Kollegen, die früher in verschiedenen Büros gesessen hätten, eng in Teams zusammen und produzieren in kurzen Zyklen von wenigen Wochen jeweils neue lauffähige Versionen einer Anwendung. Stellen sich dabei neue Ideen als nicht praktikabel heraus, kann schnell gegengesteuert werden. Neue Funktionalitäten werden ein bis zwei Mal im Jahr für Endnutzer und bei den internen Sachbearbeitern ausgerollt. Deren Zufriedenheit ist im Zweifel das Maß der Dinge. Ungewöhnlich für die öffentliche Verwaltung: Viele Entscheidungen sollen direkt im interdisziplinären Team getroffen werden, statt dass auf Rückmeldung von anderer Stelle gewartet werden muss.

Die Bundesagentur versucht sich schon länger am agilen Mantra. Mit dem Agilen Campus soll dem Ganzen ein geeigneter infrastruktureller Unterbau spendiert werden. Rund 3.600 Quadratmeter sollen dort rund 170 Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Kreativ und flexibel gehen 17 Scrum-Teams an die Arbeit. Neben modernen und ergonomischen Arbeitsplätzen wurde beim Umbau vor allem auf zahlreiche weiträumige Büros Wert gelegt, in denen Kollegen aus verschiedenen Bereichen gemeinsam an aktuellen Projekten arbeiten können. Das verkürzt Wege und vereinfacht Abstimmungsabläufe. In einem Visual Center können neue Ideen oder Produkte vorgestellt und diskutiert werden. Auch intensive Workshops, in denen echte Anwender ihre Vorstellungen und Wünsche äußern können, gehören zur Herangehensweise.

Der Campus ist als Pilot angesetzt. In den nächsten sechs bis neun Monaten werde es eine intensive Begleitung geben, sagt CIO Schmitz. Wenn die Raumkonzepte die gewünschten Effekte auf Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit haben, werde man über eine Ausweitung nachdenken.

 

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