Modellprojekt gegen Obdachlosigkeit

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In Berlin gibt es geschätzt 6.000 Frauen und Männer, die auf der Straße leben. (Foto: bluesbby, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales startet in der Hauptstadt das Modellprojekt “Housing First” gegen Wohnungslosigkeit. In den USA entwickelt, wurde das Konzept inzwischen von mehreren europäischen Städten erfolgreich erprobt. Obdachlose Menschen erhalten ohne Vorbedingungen eine Wohnung mit eigenem Mietvertrag sowie eine zusätzliche Betreuung.

Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach dazu: “Ich freue mich, dass wir nun auch in Berlin mit Housing First beginnen. Das Wichtigste ist, dass wohnungs- und obdachlose Menschen wieder eine Wohnung bekommen und mit Hilfeangeboten den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben finden. Da die Miete nach der AV-Wohnen 20 Prozent über dem regulären Richtwert liegen darf und vom Jobcenter oder Sozialamt übernommen wird, hoffe ich auf die Unterstützung von Vermieterinnen und Vermietern.”
Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen bis zu 80 wohnungslose Menschen mit einer eigenen Wohnung versorgt werden. Dafür stellt die Senatsverwaltung in diesem Jahr 195.000 Euro und im kommenden 580.000 Euro zur Verfügung. “Housing First Berlin” wird als Projektpartnerschaft gemeinsam mit der Neue Chance gGmbH, der Berliner Stadtmission und dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. betrieben. Die Projektträger übernehmen auch die Wohnungsakquise.

Der Geschäftsführer der Neue Chance gGmbH zeigt sich dahingehend optimistisch: “Housing First ist nicht Housing only. Wir gewährleisten ein intensives und hochflexibles Betreuungsangebot, mit dem wir auch Vermieter überzeugen können.” Das Projekt umfasst ein Beratungs- und Unterstützungsangebot und wird wissenschaftlich begleitet. Der Sozialdienst katholischer Frauen bietet darüber hinaus spezielle Hilfe für Frauen an. Bereichsleiterin Elke Ihrlich betont: “Der SkF steht für Frauensolidarität. Als Frauenverband suchen wir Wohnungen für Frauen. Obdachlose Frauen sind dem Leben auf der Straße mit besonderer Härte der Gewalt ausgesetzt und brauchen einen sicheren Schutzraum. Bei Housing First für Frauen können sie sich erholen und Kraft schöpfen. Der SkF steht ihnen beratend zur Seite – wenn die Frauen es wollen.”

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