Umsetzungsschwierigkeiten bei der Open Data-Welt

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Die Welt ist ein Hort an Daten. Vor allem die Verwaltungen sammeln diese, nutzen sie aber nicht. Für kleinere Kommunen ist dies oft auf finanzielle Hürden und Umsetzungsschwierigkeiten zurückzuführen. Scheint eine vernetzte Datenaustauschwelt in weiter Ferne? (Foto: geralt, CC0, https://pixabay.com/)

“In Berlin hat sich hinsichtlich Open-Data vieles getan. Sowohl der Rechtsrahmen, die technische Infrastruktur als auch die Unterstützung von den notwendigen Menschen haben sich verbessert”, erläutert Christian Rickerts, Staatssekretär aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Aber es scheint, dass nicht die Großstädte mit Open Data ein Problem haben, sondern vor allem die kleinen Kommunen brauchen Unterstützung ihre Daten verfügbar zu machen. Eine Lösung steht dabei im Raum.

Hinsichtlich des Rechtsrahmens würde momentan eine Rechtsverordnung auf den Weg gebracht, die das Berliner E-Government-Gesetz ergänze. “In der Diskussion hierüber war Lehrreiches dabei. Es braucht immens viel Zeit die Aspekte, die mit dem Öffnen von Daten verbunden sind, zu diskutieren. Ängste und Alltag spiegeln sich dabei wider”, so der Staatssekretär. In dem Entwurf würden die Anwendungsgebiete (Statistiken, Liegenschaftspläne, konkrete Themenfelder etc.) aufgegriffen. Aber auch wie die Daten, ob kommerziell oder nicht-kommerziell, verfügbar gemacht werden könnten, sei umfänglich behandelt worden. “Wir möchten den Mitarbeitern ein hohes Maß an Rechtssicherheit geben.”

Realität sieht anders aus

Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), betonte dabei, dass Open Data eine große Relevanz habe, weil dadurch Smart Cities möglich seien. “Aber wir müssen uns überlegen, welche Datenbestände in der Zukunft generiert werden. Welchen Wert werden diese haben und welche Geschäftsmodelle können hieraus entstehen?”, wirft Handschuh auf dem “Berlin Open Data Day”, von der Senatsverwaltung für Wirtschaft sowie dem Fraunhofer Fokus, auf.

Kommunen müssten überlegen, ob sie ihre Daten frei verfügbar machen, im Sinne der kommunalen Selbstverwaltung. Es dürfe keinen Zwang geben. Gründe hierfür seien vor allem die Finanzen, weil die Verwaltungen “oft darauf zahlen”. “Wir reden hierbei nicht über die Städte, sondern über jene 5.000 bis 6.000 Kommunen, die weniger als 5.000 Einwohner besitzen. Diese müssen auch von Open Data überzeugt werden”, erläutert er. Bedingt dadurch, dass die Kommunen es in der Regel nicht refinanzieren können, sei dies ein “echtes Hemmnis”.

Eine Lösung, die dabei aufkam, seien Open-Source-Produkte. Wenn diese gleichzeitig bedienungsfreundlich und kompatibel konzipiert würden, könnten Kommunen auf solche Anwendungen zurückgreifen, um ihre Daten aufzubereiten und verfügbar zu machen. Hierfür bräuchte es jedoch noch den notwendigen Umsetzungswillen.

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