Neues Finanzierungsinstrument initiiert

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Naturkatastrophen, wie etwa Überschwemmungen (Foto), treffen Entwicklungsländer besonders hart. Mit dem "Global Risk Financing Facility" (GRiF) sollen die dort Verantwortlichen entsprechende Lagen künftig besser bewältigen können. (Foto: Luise, www.pixelio.de)

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit Großbritannien und der Weltbank ein neues Finanzierungsinstrument zur besseren Absicherung von Klima- und Naturkatastrophen auf den Weg gebracht. Mit dem “Global Risk Financing Facility” (GRiF) sollen in Entwicklungsländern Klimarisikoversicherungen sowie andere innovative Finanzierungsinstrumente auf- und ausgebaut werden.

Davon versprechen sich die Verantwortlichen eine raschere Auszahlung von Hilfen im Ernstfall sowie der schnelle Beginn von Hilfsleistungen. Außerdem könnten dadurch Anreize für eine bessere Vorsorge, die Erstellung von Notfallplänen und Investitionen in präventive Schutzmaßnahmen gesetzt werden, hieß es nach der Jahrestagung der Weltbank.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesentwicklungsminister, Norbert Barthle (CDU), sagte zu dem neuen Instrument: “2017 verursachten Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben und Tropenstürme weltweit Schäden in Rekordhöhe. Vorsorge und Anpassung an Umwelt- und Klimaveränderungen sind überlebenswichtig.” Die Katastrophenbewältigung sei gerade für Entwicklungsländer eine enorme finanzielle Belastung. “Daher unterstützen wir mit dem neuen Finanzierungsinstrument Entwicklungsländer weltweit, sich besser auf Klimarisiken vorzubereiten und im Katastrophenfall schneller und effizienter Hilfe zu leisten”, so Barthle weiter. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit unterstützt GRiF mit 115 Millionen US-Dollar.

1 Kommentar

  1. Die Welttierschutzgesellschaft fordert die Einbeziehung des Tierschutzes in das neue Finanzierungsinstrument von Weltbank, Vereinigtem Königreich und Deutschland. Laut Mitteilung des Bundesentwicklungsministeriums soll GRiF dabei unterstützen, die Folgen von Klimakatastrophen wie Dürren und Fluten in Entwicklungsländern besser und schneller bewältigen zu können. Die Initiative soll u.a. Anreize liefern, damit Staaten effektiver in Präventivmaßnahmen und die Erstellung von Notfallplänen investieren können. Die Welttierschutzgesellschaft weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei Präventivmaßnahmen für den Katastrophenfall auch die Tiernothilfe berücksichtigt werden sollte.

    Als international tätige Tierschutzorganisation beobachtet die Welttierschutzgesellschaft in Katastrophenfällen regelmäßig, dass Mittel zur Rettung von Tieren, die im Umfeld des Menschen leben (d.h. Haus-, Streuner- und Nutztiere), nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Ein wichtiger Grund: Die Tiernothilfe wird in vielen Staaten noch immer an Tierschutzorganisationen delegiert, die im Katastrophenfall mit privaten Mitteln zwar ihr Mögliches tun, um das Leben möglichst vieler Tiere zu retten, aber aufgrund mangelnder Unterstützung oft nur punktuell helfen können. Die Aufgaben der Tiernothilfe bei Katastrophen sind jedoch anspruchsvoll und von hoher Bedeutung. Helfer müssen u.a. Zugang zu ausreichend Futter und sauberem Trinkwasser gewährleisten, temporäre Unterkünfte bauen, gegen gefährliche Krankheiten impfen und eine tiermedizinische Versorgung bereitstellen. Dies sind Aufgaben, die gut geplant und ausreichend finanziert werden müssen.

    Im Zusammenhang mit der humanitären Hilfe ist zudem darauf hinzuweisen, dass die arme Bevölkerung in Entwicklungsländern meist stark vom Wohlergehen der Nutztiere abhängig ist. Laut einer aktuellen Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) waren Naturkatastrophen im Zeitraum von 2005 bis 2015 für landwirtschaftliche Verluste in Höhe von 96 Milliarden US-Dollar verantwortlich. Ein beträchtlicher Teil davon betraf den Nutztiersektor, dessen Verluste vor allem auf geschwächte Tiere und somit geringere Produktivität zurückzuführen sind.

    Gelingt es, die Nutztiere mit schneller Hilfe durch die krisenhaften Situationen zu bringen, kann das hingegen vielen Bauernfamilien die Existenz retten. Dafür benötigt es allerdings gut vorbereitete Einsatzteams aus Tierärzten und Tiergesundheitshelfern, die im Krisenfall flächendeckend bereit stehen. Noch immer ist zu beobachten, dass die Arbeit, die dieses Fachpersonal bei Katastrophen zu verrichten hätte, von humanitären Helfern getätigt wird. Diese Doppelbelastung ist allerdings weder effektiv noch fachlich zielführend. Nur wenn ausreichend tiermedizinisches Fachpersonal zur Verfügung steht, das über Mittel zur Nothilfe (Futter, Fahrzeuge, Medikamente etc.) verfügt und dessen Einsatz fest in landesweite Notfallpläne integriert ist, kann das Leid der Tiere (und daraus resultierende existenzbedrohende Situationen für Menschen) angesichts wachsender Klimaherausforderungen künftig besser bewältigt werden.

    Die Welttierschutzgesellschaft sieht die Global Risk Financing Facility als Chance, die Tiernothilfe international besser aufzustellen. Mit ihrem Projekt „Good Animal Welfare Practice for Agriculture Development“ hat die Weltbank bereits demonstriert, dass sie das Tierwohl in Schwellen- und Entwicklungsländern als wichtiges Zukunftsthema anerkennt. Es ist zu hoffen, dass die Tiere auch bei der weiteren Ausgestaltung des neuen Instruments nicht in Vergessenheit geraten.

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