Digitale Mobilität ist bereits Realität

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“Die Digitalisierung bringt die Mobilität so voran, wie es vor zehn Jahren gar nicht vorstellbar war”, betonte Hendrik Wüst (CDU), Verkehrsminister von NRW. Aber, so fuhr er fort, es brauche auch eine Digitalisierungsstrategie des ÖPNV. In den autonomen Autos sieht er eine Chance für den ländlichen Raum, wohingegen diese Auffassung nicht alle teilen.

Der ÖPNV müsse anschlussfähig gemacht werden, wie beispielsweise mit Car-, Bike- und Ride-Sharing. “Eine Strategie, die den ÖPNV als Insel sieht, ist bestenfalls vorgestrig. Jedoch wird weiterhin in vielen Firmen so gedacht. Es ist in der Lebenswirklichkeit nicht angekommen”, kritisierte er.

Zum einen würden die gesammelten Daten jedem gegeben, der damit ein Geschäft aufziehen könne. Exemplarisch benannte er eine Trucker-App, die Lkw-Fahrern speziell auf sie zugeschnittene Routen anzeige. Schließlich werde dadurch der Verkehrsfluss verbessert. Des Weiteren seien gegenwartsbezogene Anwendungen wie elektronische Schilder wichtig, die jedoch finanziell belastend seien, weil eine Schildbrücke 30.000 Euro in der Anschaffung koste. Nächstes Jahr soll zudem ein Programm starten, bei welchem über 130 Ampeln intelligenter geschaltet werden sollen.

Ein in seiner Technologie noch am Anfang stehendes Zukunftsthema, welches er jedoch insbesondere für den ländlichen Raum als Chance wahrnimmt, sei automatisiertes bzw. autonomes Fahren. “Viele Busfahrer fahren leere Luft durch die Gegend. Dementsprechend wäre autonomes Fahren dort eine Entlastung und eine Alternative”, so der Verkehrsminister.

Ticket für alle Verkehrsnutzungen

“Aus Sicht des Fahrgastes zu denken, ist dabei richtig und wichtig”, ergänzte der Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen) auf der Digital Mobility Conference des Bitkom. Beispielhaft hierfür sei eine Art “Mobilpass”, also ein Ticket für alle Verkehrsnutzungen. Gleichzeitig sehe er in der “Einfachheit das entscheidende Kriterium”, um Mobilität voranzutreiben. Jedoch kritisiert er bis zu einem gewissen Grad die autonomen Autos: “Ich bin für das Thema Automatisierung – also einen Schritt vor den autonomen Autos – offen. So finde ich Abbiegeassistenten gut. Aber ob autonome Autos der Weisheit letzter Schluss sind, bezweifle ich. Wenn solch ein Auto eine Einzelperson transportiert, bringt dies volkswirtschaftlich und verkehrstechnisch nichts.”

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