Digitalisierung: Chance – nicht Risiko

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Cyberwelten werden unseren Berufsalltag grundlegend verändern. Auf diese Entwicklung müssen sich Regierungen und Behörden vorbehaltlos einstellen und die Chancen nutzen. (Foto: pixel2013, CC0, https://pixabay.com/)

Das Potenzial zu gesellschaftlichen Umwälzungen hatten bisher weder die Atomkraft noch der Ausstieg, weder das Wald- oder das Fischsterben, nicht der Rinderwahn BSE oder die Vogelgrippe, auch nicht die demografische Entwicklung – viele Alte/wenig Kinder – nicht einmal die “Mutter aller Probleme” – die Migration. Sie alle bargen keine revolutionäre Sprengkraft, die aber die bevorstehende “totale” Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche in sich hat.

Allen Regierungen und Behörden wäre dringend geboten, sich dieser Entwicklung anzunehmen und auf jeder Sitzung, bei jeder Debatte und bei jedem Papier dies Thema als Nummer eins zu setzen. Die industrielle Revolution begann mit den verteufelten Dampfmaschinen. Auch hier gab es aussichtslose Rückzugsgefechte.
Notwendig wäre stattdessen eine die weitere Entwicklung antizipierende Strategie. Wer gestalten will, muss führen.

Heute experimentieren bereits Behörden wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit Bots, noch “dummen”, also noch nicht mit Künstlicher Intelligenz (KI). Doch schon zeigt sich, dass tausende zusätzliche Sachbearbeiter notwendig wären, um gleiches Tempo und Menge zu erzeugen.

Doch dies ist erst der Anfang. Zudem: Wo keine Empathie, kein sozialer Kontakt oder persönliche Fürsorge notwendig sind, lässt sich ein solcher Einsatz von “Verwaltungsrobotern” durchaus legitimieren.

Staat und Behörden könnten Vorreiter dieser Entwicklung werden: Die Massen alltagsbedingter Abgänge in den nächsten Jahren im Öffentlichen Dienst sollte nicht versucht werden, eins zu eins durch neues Personal zu ersetzen, sondern durch automatisierte Systeme. Deren Kontrolle wäre dann durch das vorhandene und natürlich weiterqualifizierte Personal zu lenken.

Das jedoch ist für die bisherigen “Stakeholder” ein Verständnisproblem, denn die Verwaltungsbots brauchen keine Planstellen, keine Beauftragten für dies und das, das Amt lässt sich nicht mehr in der Größe seiner Personalstärke (“Mannstärke”) wahrnehmen und die Bots brauchen auch keinen Personalrat und keine Gewerkschaft. Doch diese Entwicklung wird kommen und keiner bereitet sich darauf vor!

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