Kleine Überraschung im E-Government-Monitor 2018

0
331

Die Initiative D21 hat, unter der Schirmherrschaft vom Staatssekretär Klaus Vitt aus dem Bundesinnenministerium (BMI), den neuen E-Government-Monitor veröffentlicht. Seit 2012 erscheint dieser jährlich. Er zeigt mit seinen Zeitreihen mittlerweile die Entwicklungen zum Lagebild der Nutzung und Akzeptanz des digitalen Verwaltungsangebots in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Kleine Überraschungen und Sorgen der Bürger waren in diesem inbegriffen.

Die Nutzung digitaler Verwaltungsangebote ist verglichen zu 2017 minimal rückläufig. Insgesamt nutzten 40 Prozent der Onliner in Deutschland mindestens einmal E-Government-Angebote. In dem vergangenen Jahr waren es noch 41 Prozent. Ebenso fiel die Nutzung in der Schweiz von 61 Prozent auf 55 Prozent. In Österreich stagniert sie bei 74 Prozent.

Wissen ist ungleich der Nutzung

Auffällig ist die Diskrepanz bei der Nutzung in Deutschland. Beispielsweise gaben 68 Prozent an, sie kennen die Online-Terminvereinbarung, aber “nur” 43 Prozent nutzen diese auch. Genauso wie 75 Prozent wissen, dass sie Formulare online herunterladen können, als Vorbereitung für einen Behördengang. Aber nur 54 Prozent machen davon Gebrauch.
Die Zufriedenheit der Bürger ist, verglichen zum Vorjahr, um vier Prozent auf 58 Prozent angestiegen. Wobei Vitt davon überzeugt ist, dass sich hinsichtlich der Nutzung und Zufriedenheit keine signifikanten Veränderungen im Monitor 2019 einstellen würden: “Bis flächendeckend die Wirkungen der digitalisierten Leistungen eintreten, befinden wir uns im Jahr 2020 und dann merken die Bürger die Möglichkeiten und Auswirkungen.”

Ideales Bürgerkonto

Überraschend bei der Studie war die hohe Bereitschaft von Bürgern in Deutschland, einen digitalen Assistenten wie einen Chat-Bot, zu nutzen, um mit der Verwaltung zu interagieren. 77 Prozent würden dies in Betracht ziehen. Wiederum stehen die Bürger einem Bürgerkonto skeptisch gegenüber. 56 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie befürchten “gläsern” zu sein. Auch denken 55 Prozent, dass ihre privaten Unterlagen Behörden nichts angehen würden. Gleichwohl wurden Ausstattungsmerkmale für ein “ideales Bürgerkonto” abgefragt. So wünschen sich 61 Prozent der deutschen Befragten eine Benachrichtigung, wenn eine Behörde auf Dokumente zugegriffen hat, 48 Prozent möchten die Zugriffsrechte individuell für jede Behörde einstellen und 41 Prozent wünschen sich einen mobilen Zugang zum Bürgerkonto.

E-Government und damit verbundene Themen wie das Onlinezugangsgesetz, digitale Portale, aber auch Digitale Ethik und Daseinsvorsorge werden auf dem “Digitalen Staat 2019” vom 02. bis zum 03. April 2019 eine Rolle spielen.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen. Die Studie wurde von der Kantar TNS durchgeführt. Hierbei wurden1.077 Interviews in Deutschland (DE), 1.032 Interviews in Österreich (AT) und 1.058 in der Schweiz (CH) durchgeführt.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here