Kriminelle Großfamilien als “delinquente Subkultur”

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die Gefährlichkeit der Clans erkannt. Im aktuellen “Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2017” heißt es wörtlich: “Kriminalität von Angehörigen türkisch- und arabischstämmiger Großfamilien zeichnet sich durch eine grundsätzlich ethnisch abgeschottete Familienstruktur aus”. Diese bilde unter “Missachtung der vorherrschenden staatlichen Strukturen, deren Werteverständnis und Rechtsordnung eine eigene, streng hierarchische, delinquente Subkultur.” Im Vergleich zu 2016 sei die Anzahl solcher Gruppierungen aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) angestiegen.

Gleichwohl muss das BKA auch einräumen: “Eine exakte Auswertung dieser OK-Verfahren kann aufgrund fehlender Erfassungskriterien bislang nicht erfolgen.” Dennoch habe festgestellt werden können, dass die Mitglieder der kriminellen Großfamilien insbesondere im Bereich des Rauschgifthandels und -schmuggels aktiv waren. Ebenfalls auffällig wurden sie mit Straftaten aus dem Phänomenbereich der organisierten Eigentums- und Wirtschaftskriminalität. Insgesamt gibt es in Deutschland mindestens zwölf arabische Clans, alleine sechs davon in Berlin. Weitere Schwerpunkte sind Dortmund, Essen, Duisburg sowie Niedersachsen und Bremen. Alle Familien stehen in Verbindung zueinander.

Generell erfasste das BKA im vergangenen Jahr 572 OK-Verfahren. Das waren neun mehr als 2016. Dabei konnten rund 8.300 Tatverdächtige ermittelt werden. Von ihnen waren 67,5 Prozent nichtdeutscher Herkunft. Der durch die Gruppierungen verursachte, polizeilich erfasste Schaden belief sich auf 209 Millionen Euro. Dieser könne jedoch “nicht als abschließende Größenordnung für das tatsächliche Bedrohungs- und Schadens­potenzial angesehen werden, das von in Deutschland tätigen OK-Gruppierungen ausgeht”, heißt es im Lagebild. Es gebe ein großes Dunkelfeld.

Die Summe der festgestellten kriminellen Erträge, die vor allem aus der Rauschgiftkriminalität stammen, betrug 145 Millionen Euro. Vorläufig von den Strafverfolgungsbehörden gesichert werden konnten in 146 Ermittlungsverfahren Vermögenswerte in Höhe von 24 Millionen Euro. Das sind allerdings nur 16,6 Prozent an den insgesamt erwirtschafteten Erträgen.” Aus diesem Grunde räumt das BKA ein: “Der niedrige Anteil ist auch ein Indiz dafür, dass es für die Polizei immer schwieriger wird, die Verschleierungsmaßnahmen der OK-Gruppierungen auch hinsichtlich ihrer inkriminierten Vermögenswerte aufzudecken.” Die meisten einschlägigen Verfahren wurden von Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen (111), Bayern (76) und Berlin (68) geführt.

Hinsichtlich neu ermittelter Tatverdächtiger gab es insbesondere bei libanesischen (plus 111 Prozent) und rumänischen Staatsangehörigen (plus 148 Prozent) deutliche Anstiege. Während 2016 noch 43 libanesische Staatsbürger als neu ermittelte OK-Tatverdächtige verzeichnet wurden, waren es im vergangenen Jahr schon 91. Auch die Zahl der einschlägigen Gruppierungen, in denen Libanesen dominieren, stieg im Bundesgebiet zuletzt im Jahresvergleich von elf auf 14.

Porträt

Das Porträt über einen Polizisten aus dem Berliner Bezirk Neukölln kann als Service in seinem vollen Umfang nachgelesen werden auf den Apps des Behörden Spiegel:

 

 

 

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