Fünf Themen, fünf Sieger!

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Im Bundesumweltministerium (BMU) wurde die Studie “Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2018/19” vorgestellt. Der Index erscheint im zweijährigen Turnus und bewertet dabei die Entwicklungen hinsichtlich der Verkehrssicherheit, Lärmminderung, Flächenverbrauch, Klimaschutz und Luftqualität der deutschen Bundesländer. Ein Land zog dabei an allen vorbei und holte sich den ersten Platz.

Die Studie umfasst fünf Bereiche. Bei der Bewertung fallen 60 Prozent auf die statistischen Veränderungen und Werte in den Ländern und 40 Prozent gehen auf die politischen Ziele zurück. “Wir sind der festen Überzeugung, dass Verkehrspolitik eine Gestaltungsaufgabe ist. Reine Statistik wäre ein Blick in den Rückspiegel und würde damit der Gestaltungsaufgabe – dem Blick nach vorne –nicht gerecht”, erläuterte Dirk Flege, “Geschäftsführer der Allianz pro Schiene e.V.”, bei der Studienvorstellung. In Sachen nachhaltige Mobilität würden alle Bundesländer in den Kinderschuhen stecken, auch die Spitzenreiter, merkte er kritisch an. “Aber die, die sich auf den Weg gemacht haben, ermutigen wir, ihn weiterzugehen. Jene, die weiter hinten sind, können aus den Erfolgen der anderen etwas für sich selbst lernen.”

Von der Sicherheit bis zur Luft

In dem Bereich Verkehrssicherheit belegt Hessen den ersten Platz. Zum einen ist dort die Zahl der Schwerverletzten und Verkehrstoten zurückgegangen, zum anderen hat die Landesregierung das politische Ziel ausgegeben, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten im Zeitraum 2015 bis 2025 um ein Viertel zu verringern.

Im Bereich Lärmminderung erklimmt Baden-Württemberg den Spitzenplatz. Zwar liegt es hinsichtlich des Verkehrslärms mit 3,4 Prozent im Mittelfeld. Jedoch weist es als einziges Bundesland neben Berlin ein Minderungsziel auf. Demnach soll die Zahl der durch den Verkehrslärm Betroffenen bis 2020 um 20 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent reduziert werden.

Beim Flächenverbrauch hat Rheinland-Pfalz die Nase vorn. Es unterschreitet bereits heute die Zielvorgaben des Umweltbundesamtes für den täglichen Flächenverbrauch im Jahr 2020 (1,5 Hektar). Zudem ist es eines der Bundesländer, in dem der Verkehrsflächenbestand pro Einwohner seit 2010 sinkt.

Beim Klimaschutz ist Berlin Spitzenreiter. Zum einen hat die Landespolitik beschlossen, dass die Treibhausgase bis 2050 um 77 Prozent niedriger als 1990 sein sollen und geht damit über das Bundesziel (40 Prozent bis 2030) hinaus. Gleichzeitig werden 1,6 Tonnen CO2-Emissionen pro Einwohner im Verkehrssektor (2014) ausgestoßen, womit es bundesweit an der Spitze steht.

Hinsichtlich der Luftqualität hat Thüringen die Führung inne. Zum einen hat es 2017 die geringste Feinstaub-Konzentration sowie die beste Entwicklung aller Länder seit 2012 erreicht. Aber auch bei den Stickstoffdioxiden hat es den Grenzwert im Jahresmittel 2017 eingehalten. Im Gesamtranking belegte Baden-Württemberg den ersten Platz und holte damit um drei Plätze auf. Thüringen folgte auf dem zweiten Platz , dann kam Rheinland-Pfalz.

Kopfzerbrechen bleibt

Die parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter aus dem Bundesumweltministerium sagte hinsichtlich der Studie: “Der Mobilitätsindex ist sehr wichtig, damit wir wissen, wo wir stehen.” “Kopfzerbrechen” würden insbesondere die Treibhausgase bereiten, welche angestiegen seien. “Wir müssen diese vor allem im Verkehrssektor reduzieren. Bis 2050 müssen wir klimaneutral unterwegs sein, wenn die Pariser Ziele eingehalten werden sollen.” Bezüglich der Stickoxide (NOX) würden jedoch Fortschritte gemacht. “Die Maßnahmen wirken durchaus. Die NOX-belasteten Städte nehmen ab, die Feinstaubbelastung ebenso.”

Die Studie ist zum Download verfügbar.

An der Studie nahmen dieses Mal, mit Ausnahmen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, alle Bundesländer teil. Die statischen Daten entstammen dem Statistischen Bundesamt, dem Umweltbundesamt sowie den Länderarbeitskreisen. Die Studie wurde von der Allianz pro Schiene in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland im Auftrag gegeben.

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