Drugchecking-Projekt in Berlin startet 2019

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In Berlin wird es voraussichtlich ab dem kommenden Jahr an drei Standorten ein stationäres Drugchecking geben. Dort können Drogen, die auf dem Schwarzmarkt erworben wurden, abgegeben werden. Dann werden sie im Labor auf ihre exakte Zusammensetzung hin untersucht.

Das Ergebnis solle den Konsumenten dann einige Tage später mitgeteilt werden, erklärt Stephan Jäkel von der Schwulenberatung Berlin. Eine kostenlose Abgabe der Substanzen sei aller Voraussicht nach einmal wöchentlich möglich, ergänzt Astrid Leicht von Fixpunkt e.V., einem der drei Träger des geplanten Projektes. Sie zeigt sich zwar davon überzeugt, dass das Vorhaben umgesetzt werde. Ein exaktes Startdatum kann Leicht allerdings noch nicht nennen. Grund: das Projektkonzept müsse noch einmal juristisch geprüft und dann mehreren Senatsverwaltungen und Behörden vorgelegt werden. Außerdem werde man Substanzen erst entgegennehmen, wenn Polizei und Staatsanwaltschaft erklärt hätten, strafrechtlich nicht dagegen vorzugehen, kündigte die Fixpunkt-Vertreterin an. Eigentlich findet Leicht aber: “Drugchecking ist kein Thema der Justiz, sondern der Gesundheitspolitik.”

Vorhaben als “Türöffner”

Jäkel wiederum sieht das Vorhaben, das bereits im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Landesregierung festgeschrieben wurde, zwar nicht als niedrigschwelliges Angebot, aber als “Türöffner”. Er unterstreicht: “Wir wollen die Menschen mit ihren Bedürfnissen abholen, aber niemandem etwas überhelfen.” Schließlich glaube man “an die Mündigkeit unserer Zielgruppen”. Und Jäckel zeigt sich überzeugt: “Der Krieg gegen Drogen ist seit Jahrzehnten gescheitert.” Repression schade nur dem Endverbraucher.
Dieser Aussage schließt sich Niklas Schrader, drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, an. Er kritisiert: “Wir haben in Deutschland eine repressive Drogenpolitik und ein repressives Betäubungsmittelgesetz.” Das Projekt erhält laut dem Politiker 120.000 Euro vom Land Berlin.

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