Klare Messlatte für KI-Strategie

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Künstliche Intelligenz gilt als eine der Trendthemen. Aber damit sie erfolgreich implementiert werden kann, braucht es eine Strategie die Hand und Fuß hat. Wird die Bundesregierung das schaffen? Foto: BS/geralt, CC0, pixabay.com) (Foto: Geralt, CC0, https://pixabay.com/)

Die Bundesregierung möchte Anfang Dezember die KI-Strategie für Deutschland vorstellen. Ein Trendthema, welches sich ebenso auf dem “Digitalen Staat 2019” vom 02. bis zum 03. April widerspiegeln wird. Bisher ist die Bundesrepublik im Vergleich zu anderen EU-Staaten Nachzügler. Von der Strategie hängt es nun ab, ob dies so bleibt oder doch die Chance auf eine Vorreiterrolle besteht. Aber um zukunftsweisend zu sein, müssen bestimmte Inhalte aufgenommen werden.

“Das was unter Künstlicher Intelligenz gefasst wird, ist die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Denn im Zuge der Digitalisierung entstehen viele Daten und Vernetzungen. Hierfür braucht es entsprechende Auswertungssysteme und diese wären die künstliche Intelligenz – also maschinelles Lernen”, erläutert Dr. Stefan Heumann, Sachverständiger der KI-Enquete-Kommission.

Für ihn stechen drei europäische Beispiele besonders hervor: Frankreich beschäftige sich intensiv mit den Daten und den Fragen, welche wichtig seien und welche die Unternehmen miteinander teilen könnten. Während Großbritannien die Spitzenforschung an den Universitäten vorantreibe, habe Finnland hingegen eine innovative Herangehensweise, weil sie sich ebenso ihrer Schwächen bewusst werden. “Aus meiner Sicht muss sich mit den Schwächen beschäftigt werden und die Finnen haben auch klare Vorgehensweisen in welchem Rahmen sie experimentieren wollen”, so Heumann auf dem Workshop “Die KI-Strategie der Bundesregierung” von der Stiftung Neue Verantwortung.

Woran sich die Regierung messen muss

Nach dem Sachverständigen brauche es in der zukünftigen KI-Strategie klare Handlungsfelder und Sektoren, genauso wie konkrete Ziele und Maßnahmen. Diese müssten die Begriffsdefinition von KI widerspiegeln, welche weiterhin sehr unscharf sei. Aber auch der Datenzugang müsse verbessert werden, wobei das Hauptproblem im Wettbewerbsrecht bestehe, wenn es sich um Datenaustausch zwischen Unternehmen handle. Aber auch die Investitionsfragen müssten geklärt werden.

“Frankreich verwendet 1,5 Mrd. Euro für ihre KI-Umsetzung und hat einen KI-Koordinator ernannt. Momentan stehen in Deutschland 50 bis 60 Mio. Euro zur Diskussion, wobei die Summe noch nicht ganz genau feststeht”, sagt Heumann. Gleichzeitig müsse das Vertrauen in KI gestärkt werden, die Erfolgsindikatoren sowie ein KI-Monitoring implementiert werden und es brauche eine Umsetzungsstrategie.

Als “interessant” empfindet er die momentanen Handlungen der Bundesländer. “Die größeren arbeiten an eigenen Strategien, aber auch in der Forschung möchten sie sich gut positionieren. Jedoch zeigt sich auch, dass die finanziell schwächeren Länder bei der Thematik ebenso abgehängt werden.”

Inwiefern die Bundesregierung die Messlatte erfüllen kann, zeigt sich Anfang Dezember.

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