Die “digitale, atmende” Behörde

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Das BAMF zieht eine Halbzeit-Bilanz zur Digitalisierungsagenda 2020. (Screenshot: BAMF)

Die Digitalisierungsagenda 2020 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) umfasst 115 verschiedene Vorhaben, Projekte und Verfahren. Gestartet wurde sie 2016. Zur Halbzeit zieht die Behörde in einer nun veröffentlichten Broschüre positive Bilanz und weist auf künftige digitale Entwicklungsschritte hin.

“Unser Ziel ist es, Prozesse langfristig vollständig (von Ende-zu-Ende) zu digitalisieren und dabei vor allem nutzerorientiert vorzugehen”, betont dazu BAMF-Vizepräsident Dr. Markus Richter. Anfangs sei es darum gegangen, die vorhandenen IT-Systeme aufzurüsten, heute stünden vermehrt die technische Skalierbarkeit und die fachliche Flexibilität der Prozesse im Fokus. Neben der Einrichtung eines IT-Labors erprobte die Behörde neue digitale Technologien, wie etwa Blockchain oder künstliche Intelligenz.

Ebenfalls nutze das BAMF als eine der ersten deutschen Behörden Methoden der agilen Softwareentwicklung, wie das Vorgehensmodell Scrum. Die Initiative “zentraler Posteingang” (ZPE) hat Standards gesetzt, um eine effizientere und rechtssichere Postbearbeitung zu gewährleisten. Der zuständige BAMF-Projektleiter, Tobias Tummescheit, erläutert: “Durch die Digitalisierung von Dokumentenservices können wir vielfältige Vorteile erzielen. Wir erwarten Zeit- und Kosteneinsparungen bei der Verfahrensbearbeitung, da Dokumente quasi in Echtzeit ausgetauscht und bearbeitet werden können.”

Derzeit wird in dem Bundesamt eine zentrale digitale Plattform eingerichtet, die der Verwaltung, Koordinierung und Abrechnung der berufsbezogenen Deutschsprachförderung dienen soll. Angebunden werden an die Plattform Arbeitsagenturen, Jobcenter, Optionskommunen und Kursträger. “Wir haben in kürzester Zeit ein riesiges Sprachförderprogramm mit einem Volumen von über 400 Millionen Euro im Jahr bundesweit gestartet. Der Erfolg ist überwältigend: Binnen zwei Jahren wurden rund 330.000 Berechtigungen erfasst und mehr als 10.000 Kurse gestartet,” bestätigt Florian Knape, Verfahrensreferent für die Berufssprachkurse.

Insgesamt ein gutes Fazit zieht auch René Böcker, der in der Behörde für Prozesse, IT und Projektmanagement verantwortlich ist: “Eine konsequente Digitalisierung ermöglicht finanzielle und zeitliche Einsparungen, die wiederum Digitalisierungsinitiativen zugutekommen – die Digitalisierung kann sich bei einer positiven Digitalisierungsrendite gewissermaßen selbst finanzieren.”

Die Broschüre “Digitalisierungsagenda 2020” kann hier heruntergeladen werden.

Der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen widmet sich auch der Fachkongress Digitaler Staat, der im April 2019 in Berlin stattfindet. Das BAMF ist hier Themenpartner. Mehr Informationen auf der Kongresshomepage: www.digitaler-staat.org.

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