Europäische Integration – aber nicht zum Selbstzweck

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Forderte zielgerichtete und punktuelle Zusammenarbeit statt pauschaler Integration im Rüstungsbereich: Hein von Amejden (Damen Schelde Naval Shipbuilding). (Foto: BS)

Während der europäische Integrationsprozess im Ganzen derzeit auf so viele Widerstände stößt, wie lange nicht, werden ausgerechnet Überlegungen zu einer europäischen Armee wieder salonfähig. Ein Symptom der angespannten Sicherheitslage. “Ich halte das für eine anstrebenswerte Vision”, sagt dazu Hein van Ameijden. “Wir haben dafür aber noch einiges zu tun.”

Der Managing Director bei Damen Schelde Naval Shipbuilding gibt zu bedenken, dass die nötige Abtretung von Souveränität bei den EU-Ländern schwierig zu verhandeln sei. Außerdem sei eine einheitliche Rüstungs- und insbesondere Waffenexportpolitik unwahrscheinlich.

Bei Überlegungen zu einer stärkeren Integration aufseiten der Industrie mahnt Ameijden vor übertriebenen Forderungen. Einer Art “Naval Airbus” erteilt er eine Absage: “Ich glaube nicht an staatlich gesteuerte Integration. Das hat bisher selten gut funktioniert.”

Zusammenarbeit dürfe nicht zum Selbstzweck herbeigeführt werden, sondern müsse projektweise und mit konkreten Zielen vorangetrieben werden, wo es effizient und sinnvoll ist. “Was wir brauchen, sind Innovationsfähigkeit, Agilität und Schnelligkeiten.” Ameijden plädierte für kurzlaufende Serien und Vielfalt bei den militärischen Fahrzeugen, um besser auf veränderliche Bedarfe reagieren zu können. Und er forderte: “Es braucht auch agilere Kunden. Die Beschaffungsabläufe müssen beschleunigt werden, um zu verhindern, dass die Flotten schon bei Auslieferung technisch veraltet sind.”

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