Studie: Wie zufriedenstellend ist die ländliche Mobilität?

0
327

Das Bildnis der vernachlässigten und abgehängten ländlichen Mobilität konnte im ADAC Monitor “Mobil auf dem Land” nur teils bestätigt werden. Vier Mobilitätsarten wurden untersucht: Der motorisierte Individualverkehr, der Öffentliche Verkehr sowie Fuß- und Fahrradverkehr. Die Gesamtbetrachtung mag überraschen, aber sie ändert dabei nichts am Gesamteindruck der Befragten.

ADAC Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Becker, führte diesbezüglich an: “Es ist toll und für uns auch ein klein wenig überraschend, dass so viele Menschen auf dem Land mit ihrer Mobilität zufrieden sind.” Er ergänzt ferner, dass sich dennoch “auch etliche abgehängt und ausgebremst fühlen” und sich wünschten, dass mehr in innovative Mobilitätsangebote sowie schnelles Internet investiert werden würde.

Der Individualverkehr bilde die zufriedenste Gruppe, wobei sie auch die dominierende Mobilitätsform auf dem Land darstelle. Nahezu jeder Befragte greife auf das Auto oder Krad mindestens gelegentlich zurück, der Großteil tue dies gar sehr häufig. Die schlechtesten Bewertungen habe der Öffentliche Nahverkehr eingefahren. Fast die Hälfte nutze diesen nicht und auch flexiblere Mobilitätsangebote wie Anrufsammeltaxen oder Rufbusse würden noch eher eine untergeordnete Rolle spielen. Die zufriedensten Nutzer des Öffentlichen Verkehrs fänden sich nach dem Monitor in Sachsen-Anhalt und die unzufriedensten in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Gründe für die schlechte Bewertung seien fehlende Direktverbindungen, lange Fahrtdauer sowie unzureichende Taktung.

Insgesamt zufrieden, aber…

Trotzdem seien viele mit der Gesamtmobilität im ländlichen Raum zufrieden. Diese Beurteilung basiere dabei auf der guten Erreichbarkeit der entschiedenen Ziele wie Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplatz oder Ärzte. Aber dies vor allem deshalb, weil das Auto als Transportmittel hierfür hauptsächlich genutzt werde. Obwohl die Gesamtzufriedenheit hoch ist, würden sich dennoch viele Befragte abgehängt fühlen.
Becker greift dies mit einer politischen Forderung auf: “Wir zeigen mit unserer Befragung deutlich, dass es einige benachteiligte Gruppen im ländlichen Raum gibt. Mobilität hat viel mit Daseinsvorsorge zu tun – dieser Aufgabe muss sich der Staat stellen und Angebote schaffen. Gerade der öffentliche Verkehr hat hier noch starkes Verbesserungspotenzial. Und klar ist: Ohne Auto geht auf dem Land auch in Zukunft so gut wie nichts.”
Eine Zusammenfassung, die auch zeigt, dass der entscheidende Hebel zur Reduzierung des Individualverkehrs im ÖPNV liegt.

Für die Studie wurden circa 3.400 Interviews in Gemeinden mit maximal 150 Einwohner pro Quadratkilometer geführt. Die Studie ist hier abrufbar.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here