Bedürfnisse der Soldaten in den Mittelpunkt stellen

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Wenn es um internationale Kooperation in der Verteidigung geht, stellt sich schnell die Frage nach dem Geld. Wer investiert wie viel in die Truppen und deren Ausrüstung? Hier auf einen grünen Zweig zu kommen, ist nicht immer leicht. Doch es gibt durchaus gute Beispiele für bilaterale Kooperation, aus denen sich Lehren für multinationale Ansätze ziehen lassen. Auf der BSC 2018 sprachen Staatssekretäre aus den Verteidigungsministerien von Deutschland und dem Kongress-Partnerland Niederlande über ihre Herangehensweise bei der Zusammenarbeit der Länder.

“Auf Arbeitsebene muss man sich persönlich kennenlernen und so oft wie möglich von Angesicht zu Angesicht miteinander reden”, betonte Barbara Visser, Staatssekretärin im niederländischen Verteidigungsministerium. Oft sei der Wille zur Zusammenarbeit zwar da, ein Vorankommen in Detail erfordere aber ein vertrauensvolles Miteinander auf Augenhöhe. “Man muss sich nicht nur auf konkrete Ziele einigen, sondern auch darauf, wie man Sie erreichen will, wie viel man für entsprechende Vorhaben investieren will und vor allem in welchem Zeitrahmen man die Dinge angehen will.”

Benedikt Zimmer, Staatsekretär im Bundesministerium der Verteidigung, ergänzte: “Wir beide halten den Gesprächsfaden auf Arbeitsebene aufrecht und dürfen ihn nie abreißen lassen.” Zwei Personen seien aber nicht genug, räumte er ein. “Die politische Ebene über uns muss ebenfalls dranbleiben und manchmal braucht es auch einen gewissen Druck von oben.” Beide waren sich einig, dass mehr Investitionen im Verteidigungsbereich vonnöten seien. Das sei auch ohne Forderungen vonseiten der NATO klar. Vor allem bei digitalen Technologien zur Unterstützung von Kommunikation und Informationsmanagement bestehe Bedarf.

Man dürfe aber nicht alles nur von der Beschaffung und Ausrüstung her aufrollen. “Im Mittelpunkt stehen die Soldaten”, stellte Zimmer klar. “Das war auch der gemeinsame Ausgangspunkt für die Kooperation zwischen den Niederlanden und Deutschland.”

Auch sektorübergreifend zusammenarbeiten

Ziel solle es sein, den Truppen das bestmögliche Rüstzeug an die Hand zu geben, so Visser. Das gelinge am besten, wenn man den dauerhaften Dialog mit Forschung und Industrie suche. “So werden wir auch cleverer bei der Formulierung unserer Anforderungen und beim Einkauf.” Von der Industrie wünschte sich Zimmer mehr Konsolidierung: “Dabei geht es nicht nur um Kosteneffizienz. Es liegt einfach nicht viel Sinn darin, viele verschiedene Systeme zu entwickeln, die am Ende nicht gut zusammenarbeiten.”

Bei der Beschaffung forderte der Staatssekretär Beschleunigung der oftmals noch trägen Prozesse – aber nicht um jeden Preis. Bei kostspieligen Großprojekten sei gute Planung im Voraus der Schlüssel, um Schwierigkeiten und Verzögerungen in späteren Phasen vorzubeugen.

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