Gemeinsamer strategischer Ansatz erforderlich

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Die europäischen Armeen sollten sich auf einen gemeinsamen strategischen Ansatz einigen. Zudem komme es darauf an integrierte Kräfte bereits in Friedenszeiten einzurichten, und nicht erst in der Krise. Das verlangt der Kommandierende General des Eurokorps in Straßburg, Generalleutnant Jürgen Weigt.

Mit Blick auf seine eigene Einheit machte er auf der Berliner Sicherheitskonferenz (BSC) deutlich: “Multinationalität liegt in den Genen des Eurokorps.” Dies sei ein guter erster Schritt, der allerdings noch nicht ausreiche, gab Generalleutnant Michiel van der Laan zu bedenken. Vielmehr komme es darauf an, dass Streitkräfte integriert würden und interoperabel arbeiteten, so der Kommandierende General des 1. deutsch-niederländischen Korps. Hier müsse es unter anderem eine gemeinsame Arbeitssprache sowie eine vollintegrierte Logistik geben. Nationale Verantwortlichkeiten dürften durch Interoperabilität jedoch nicht aufgelöst oder abgeschwächt werden. Bei der Integration der Streitkräfte sei aber noch einiges zu tun, unterstrich Generalleutnant Slawomir Wojciechowski, Kommandierender General des multinationalen Korps Nordost.

Auch Jan-Patrick Helmsen von Rheinmetall plädiert für eine gemeinsame europäische Verteidigungsstrategie. Teil davon müssten starke, integrierte Kräfte sein. Ebenso wichtig seien Interoperabilität und gemeinsame Trainings. Hierfür müssten die entsprechenden finanziellen Investitionen in der Zukunft allerdings erhöht werden. Zudem gelte: “Wir müssen transatlantischer denken, aber europäischer handeln.” Hier wollte Heiko Seebode vom Unternehmen ESG nicht widersprechen. Er gab jedoch zu bedenken, dass integrierte Kräfte – so wünschenswert sie auch seien – politisch und gesellschaftlich wahrscheinlich nur schwer durchzusetzen sein dürften. Es gebe schlicht zu viele Bedenkenträger gegen die Idee.

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