Googles Datensammelei bringt Verbraucherschutz auf den Plan

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Verbraucherschutzverbände in Europa gehen mit Datenschutz-Beschwerden gegen Googles Umgang mit Standortdaten der Nutzer vor. In Deutschland könnte es zur Klage kommen. Das Problem: Google sammelt im großen Stil Standortdaten der Nutzer. Allerdings ist der Zweck der Speicherung häufig nicht erkennbar. Außerdem sind die Einstellungsmöglichkeiten so intransparent, dass von einer informierten Einwilligung wie sie europäisches Datenschutzrecht verlangt, keine Rede sein kann. Der norwegische Verbraucherschutzverband Forbrukerrådet hat die Vorwürfe nun in einer umfangreiche Studie zusammengefasst.

Neben den Norwegern wollen nun Verbraucherschützer aus Griechenland, den Niederlanden, Polen, Schweden und Slowenien Beschwerden auf Basis der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einreichen. Der deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) prüft nach eigenen Angaben bereits die Einleitung eines Unterlassungsverfahrens, nachdem Google einer Abmahnung im September nicht gefolgt sei.

Intransparente Datensammelpraxis

Ausgangspunkt für die Initiative der Verbraucherschutzorganisationen ist ein Bericht, in dem amerikanische IT-Forscher gezeigt hatten, dass auch nach Abschalten der Funktion “Standortverlauf” in mobilen Endgeräten die Verfolgung durch Google nicht ganz unterlassen wird. Denn das Unternehmen erfasst den Aufenthaltsort des Nutzers bei allen Aktivitäten in Google-Diensten, das heißt schon bei jeder Anfrage über die Google-Suchmaschine. Gesammelt werden diese Informationen im “Aktivitätsverlauf”. Grundlage sind nicht nur GPS-Daten, sondern auch IP-Adressen oder genutzte WLAN-Netzwerke. 2017 wurden Nutzer sogar einige Monate lang über Mobilfunk-Sendeanlagen geortet. Zwar lässt sich der Aktivitätsverlauf löschen und die weitere Speicherung unterbinden. Dazu muss man aber erst tief in die Einstellungen des Google-Kontos einsteigen.

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