Sektorenkopplung auch in den Köpfen!

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Die Energiewende als dringliche Aufgabe zum Erreichen der Klimaziele sollte nicht allein in einzelnen technologischen Lösungen gedacht werden, sondern vor allem auf kommunaler Ebene verschiedene Bereiche in den Blick nehmen. “Für mich ist es keine technologische Herausforderung, denn da ist schon jetzt sehr viel möglich. Eher ist ein Paradigmenwechsel gefragt”, ist sich Dr. Andrea Bräuning, Leiterin der Geschäftsstelle „Living LaB“ der Stadt Ludwigsburg, sicher.

Das Problem sei, dass lediglich in den jeweiligen Segmenten gedacht werde. Wenn Deutschland sich nur an Einzeltechnologien “entlanghangelt”, gerieten andere Bereiche aus dem Blick, so Bräuning, die ebenfalls „Director Smart Cities“ bei der Robert Bosch GmbH ist. Als Beispiel nennt sie den Gebäudebereich. Effizienzgewinne, die hier zweifelsohne erzielt wurden, werden oftmals relativiert durch eine steigende Pro-Kopf-Wohnfläche. Die Energiewende sei also eher gesellschaftliches als technisches Thema und müsse konsequent zusammenhängend angegangen werden – etwa mit dem Verkehrs- bzw. Mobilitätsbereich.

Dem pflichtet Detlef Raphael, Leiter des Dezernats Umwelt und Wirtschaft, Brand- und Katastrophenschutz beim Deutschen Städtetag, bei. Sektorenkopplung müsse auch bedeuten, aus den Sektoren heraus- und diese zusammenzudenken. So sei eine quartiersbezogene, sektorübergreifende Politik in Form von Gesamt-Konzepten nötig, die abseits von “kleinteiliger Einzelförderung” agiere, so Raphael. Denn die derzeitige Förderpolitik sei so komplex, dass Erfolge nicht in der Quantität erzielt werden, sondern lediglich einzelne Gebäude qualitativ so gut wie möglich modernisiert würden.

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