Zivile Resilienz fördern!

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Angesichts mehrstufiger Bedrohungslagen auf verschiedenen Ebenen gewinnt die Resilienz der Gesamtgesellschaft an zunehmender Bedeutung, prognostiziert der Staatssekretär des lettischen Verteidigungsministeriums, Jānis Garisons, auf der 17. Berliner Sicherheitskonferenz. Man müsse die Widerstandsfähigkeit eines Staates allumfassender denken und neben der militärischen Dimension die gesellschaftspolitische mit einbeziehen.

So sei beispielsweise ein gesellschaftlicher Werteverlust beziehungsweise die Uneinigkeit bezüglich gemeinsamer Werte eine Schwachstelle, die die Resilienz eines Landes gefährde. Jede Stärkung dieser müsse zunächst mit einer Analyse der eigenen Schwächen beginnen. “Wir müssen verstehen, wo und warum wir verletzlich sind”, betont Garisons, sonst bliebe beispielsweise die Cyber-Frage unbeantwortet. Diese Erkenntnisse müssten im nächsten Schritt der Öffentlichkeit bewusst gemacht werden.

Auch der Fachdirektor der norwegischen Direktion für Zivilschutz, Ørjan Nordhus Karlsson, sieht die Resilienz eines Landes auf verschiedenen Ebenen angesiedelt – der Regierung, des Militärs und der Zivilgesellschaft. “Wir müssen als Gesamtgesellschaft lernen, mit den Bedrohungen umzugehen”, appelliert er. Da auch die Bedrohungen mehrstufig seien, wirke sich die Betroffenheit von diesen ebenfalls unterschiedlich aus. Als Beispiel nennt er die Verbreitung von Falschmeldungen. Um diese als solche erkennen zu können, müsse eine Bewusstseinsförderung der Gesellschaft stattfinden. In Norwegen habe sich diesbezüglich eine Gruppe von unabhängigen Investigativ-Journalisten zusammengeschlossen, die Aussagen von Politikern und anderen Entscheidungsträgern ob ihres Wahrheitsgehaltes prüfen und gegebenenfalls richtigstellen. Dies könne keine Regierung selbst leisten und müsse eine unabhängige Gruppe übernehmen, empfiehlt Karlsson auch anderen Staaten.

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