Algorithmenbasierte Videoüberwachung in Mannheim

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In Mannheim findet künftig eine auf mathematischen Algorithmen basierende Videobeobachtung des öffentlichen Raums statt. Damit wird europaweit Neuland betreten. Gearbeitet wird nicht mit der Gesichtserkennung, sondern mit einer automatischen Bildauswertung.

Das hat zur Folge, dass bestimmte Verhaltensmuster, die auf Straftaten hindeuten, mithilfe der Algorithmen erkannt und unmittelbar ins Lagezentrum des Mannheimer Polizeipräsidiums gemeldet werden. Dabei kann es sich etwa um Schlag- oder Trittbewegungen handeln. Gleiches gilt für Rennen oder Hinfallen. Dies erlaubt ein rasches polizeiliches Einschreiten im Ernstfall und spart Analysekapazitäten.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) erklärte zu dem Projekt: “Mannheim schlägt aktuell ein neues Kapitel auf: Wir geben heute den Startschuss für die intelligente Videoüberwachung. Sie macht die Bekämpfung der Straßenkriminalität effizienter und wird den Menschen in der Stadt ein Mehr an Sicherheit bringen.” Mit diesem Vorhaben leiste man echte Pionierarbeit. Einmal mehr sei Baden-Württemberg Vorreiter in Sachen Sicherheitspolitik im digitalen Zeitalter – und das sogar europaweit, meinte der Stuttgarter Ressortchef. “Die intelligente, algorithmenbasierte Videoüberwachung, die wir jetzt an den Start bringen, steht auch für eine erfolgreiche, innovative Zusammenarbeit von Land, Stadt und Forschung”, so Strobl weiter. Und der Mannheimer Polizeipräsident, Thomas Körber, ergänzte: “Diese Videoüberwachung bestimmter öffentlicher Bereiche versetzt uns künftig in die Lage, in den besonders kriminalitätsbelasteten Bereichen, kritische Situationen bereits im Entstehen zu erkennen und schnell intervenieren zu können. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der algorithmenbasierten Bildauswertung wird das polizeiliche Einschreiten künftig noch effizienter machen.”

Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) hat eine entsprechende Basissoftware entwickelt, das Land mit dem neuen Polizeigesetz die rechtlichen Grundlagen dafür gelegt und die Stadt den Ausbau der Infrastruktur finanziert. Die Landesregierung investiert in das Projekt insgesamt rund 700.000 Euro. Von der Stadt Mannheim kommen 900.000 Euro.

Deren Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent, Christian Specht, unterstrich: “Die Maßnahme der intelligenten Videoüberwachung ist ein Baustein eines umfassenden Sicherheitskonzepts der Stadt Mannheim, das in Anlehnung an die strategischen Ziele der Stadt entwickelt wurde.” Neben der Videoüberwachung beinhalte das Konzept eine Vielzahl weiterer Maßnahmen wie etwa ein regelmäßiges urbanes Sicherheitsaudit oder mobile Sicherheitswachen an bestimmten exponierten Plätzen.

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