Cyber-Sicherheitsrat gründet Startup-Hub

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Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e. V. hat einen Startup-Hub gegründet. Dieser soll als Plattform fungieren, um junge IT-Security-Unternehmen mit großen Konzernen und Investoren einerseits und Bedarfsträgern im privaten und öffentlichen Bereich andererseits zusammenzubringen. Damit sollen Rahmenbedingungen für einen stärkeren Cyber-Sicherheitsmarkt erarbeitet werden.

“Derzeit haben wir in Deutschland kaum Kontrolle über unsere grundlegenden IT-Infrastrukturen, denn die Hauptzulieferer für Netztechnik, für Betriebssysteme und weitere Basiskomponenten sind US-amerikanische oder asiatische Hersteller”, so der Präsident des Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V., Hans-Wilhelm Dünn. Entsprechend fehlt es an Einflussmöglichkeiten auf die Sicherheitseigenschaften der Hard- und Software. Ein Problem, wenn einerseits Wertschöpfung immer mehr in digitalen Geschäftsmodellen passiert und andererseits unser Alltag, aber auch Kritische Infrastrukturen und öffentliche Verwaltung immer stärker von IT-Systemen abhängig werden.

Die Marktbedingungen sind auch für spezialisierte Cyber-Security-Anbieter schwierig. Zwar werden viele innovative Ideen in Deutschland geboren. Vermarktet werden sie jedoch häufig anderswo, nämlich da, wo das Geld ist. “Es gibt in Deutschland leider noch keine echte Private Equity Szene”, stellt Dünn fest, “und auch staatliche Fördermaßnahmen stecken derzeit noch in den Kinderschuhen.” Mit den Security-Startups wandern nicht nur Innovationen, sondern auch Fachkräfte ab.

Keimzelle für einen nationalen Markt

Der Startup-Hub des Cyber-Sicherheitsrats soll als eine Keimzelle die Entwicklung eines kontrollierten nationalen Markts unterstützen. Das gehe aber nicht über Nacht, wie Dünn einräumt. “Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem Bedarfsträger gerade auch aus sensiblen Bereichen wie Verwaltung und öffentlicher Versorgung ihre Ansprüche formulieren können.” Diese könnten dann mit Ideen von vielversprechenden Start-ups zusammengebracht werden und diese wiederum mit Investoren.

Ein gänzlicher Ausschluss internationaler Expertise ist dabei aber nicht das Ziel. Vielmehr solle der Hub auch die wichtige Diskussion über internationale Standards vorantreiben, so Dünn. “Denn vor allem mit Blick auf internationale Zusammenarbeit brauchen wir Transparenz, um nachzuvollziehen, welche Komponenten in welchen Systemen angewendet werden.” Auch das ist ein Weg, mehr Steuerungsmöglichkeiten und Vertrauen bei der Nutzung von Technologie zu gewinnen. Um Vertrauen geht es auch den in dem neuen Netzwerk aktiven Jungunternehmen. “Die haben von sich aus vorgeschlagen, eine Art Zertifikat für Cyber-Sicherheits-Startups zu schaffen.”

Die digitale Souveränität Deutschland ist maßgeblich von der Gestaltung der digitalen Märkte der Zukunft abhängig. Wie diese gefördert werden können und wie der Staat Steuerungsmöglichkeiten bei den grundlegenden sicherheits- und versorgungskritischen Infrastrukturen wird auch Themaschwerpunkt auf dem Netzwerk Digitaler Staat im April 2019 sein. Weiter Informationen gibt es unter https://www.digitaler-staat.org/.

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