Digitalisierung und Datenschutz verheiraten?

0
1541
Hält den Einklang von Digitalisierung und Datenschutz in Europa für möglich, wenn auch herausfordernd: Andreas Heppner-Tippe (Trend Micro). (Foto: BS/Stiebel)

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als bestimmendes Thema der Zukunft. Da sie ihr Potential nur auf Basis großer Datenmengen ausspielen kann, befürchten viele, dass Deutschland und Europa sich mit der strengen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) selbst ausbremsen könnten. Doch bei vielen Einsatzfeldern wie Verkehrsoptimierung oder Erforschung von Krankheiten kann auch mit anonymisierten Daten gearbeitet werden.

Auf Masse könnte man durch Zusammenarbeit kommen, wie Saskia Esken (SPD), Mitglied des Bundestagsausschusses Digitale Agenda, anregt. “Die Kultur des Teilens müsste weiterentwickelt werden”, forderte sie mit Blick auf Daten der öffentlichen Hand und aus der Forschung. Auch über Wege, Unternehmen zum Teilen zu bringen, sei nachzudenken, so Esken auf dem Politischen Weltsicherheitsfrühstück des Behörden Spiegel in Berlin. Datenschutz und Digitalisierung seien keine direkten Widersprüche, sondern Pole, die sich bedingen und ergänzen.

Etwas pessimistischer, was die Verheiratung der beiden Themen betrifft, zeigte sich Andreas Heppner-Tippe, Sales Manager öffentliche Auftraggeber bei Trend Micro. Die Zukunft der digitalen Märkte würde den großen amerikanischen und zunehmend auch chinesischen Plattformdienstleistern gehören. Diese würden sich von ihren Geschäftsmodellen, die auf Kapitalisierung personenbezogener Daten basieren, auch nicht zurückziehen.

Zumindest in Europa bestehe aber Hoffnung, Datenschutz und Digitalisierung nachhaltig zusammenzubringen – Zeit, Geduld und Sachverstand vorausgesetzt. Dass auch datengetriebene Geschäftsmodelle durchaus im Einklang mit europäischem Recht erfolgreich sein können, zeigte Heppner-Tippe am Beispiel Trend Micro. Für den Hersteller von IT-Sicherheitslösungen gelte, je mehr Kundendaten gesammelt würden, desto besser sei das Schutzniveau für jeden Einzelnen. Erhoben werde aber nur, wenn der Kunde das wolle.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here