Politiker-Hack: Wohnung durchsucht/ Daten weiter zugänglich

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Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden die veröffentlichten Politiker-Daten hauptsächlich von Privatkonten abgezogen. Für einen Angriff auf Regierungsnetze gibt es laut BSI derzeit keine Anhaltspunkte. (Foto: Adikos, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung persönlicher Daten von deutschen Politikern und Prominenten hat das Bundeskriminalamt (BKA) dem Vernehmen nach die Wohnung eines 19-jährigen in Heilbronn durchsucht und Rechner beschlagnahmt.

Der Mann soll zum mutmaßlichen Kopf hinter dem Daten-Leak online Kontakt gehabt haben. In einer mehrstündigen Befragung soll der junge Mann sich kooperativ verhalten haben und nun als Zeuge zur Verfügung stehen.

Am Freitag war bekannt geworden, dass eine unter den Namen “0rbiter” und “G0d” agierende Person schon seit Anfang Dezember persönliche Daten von zahlreichen Politikern aller Parteien außer der AfD sowie von Prominenten über das Soziale Netzwerk Twitter veröffentlicht hatte. Dabei handelte es sich größtenteils um Mobilfunknummern und E-Mail-Adressen. Veröffentlicht wurden aber auch einige Privatadressen, Dokumente und Kommunikationsverläufe. Sicherheitsrelevante Dokumente sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das bereits zuvor Einzelfälle von gehackten Privataccounts von Politikern untersucht hatte, analysiert den Vorfall. Unklar ist derzeit, aus welchen und wie vielen Quellen die Daten stammen.

Löschung der Links verlangt

Noch am Freitag hatte der Vorfall den Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Prof. Johannes Caspar auf den Plan gerufen. Zwar ist das zur Veröffentlichung genutzte Twitter-Konto bereits gesperrt worden, allerdings kursieren noch Retweets und Likes von anderen Nutzern, über die die Leaks weiter zugänglich sind. Caspar fordert Twitter mittels einer Anordnung dazu auf, die Links auf die tatsächlichen sensiblen Inhalte rechtsverbindlich zu sperren. Ganz verhindern lässt sich der Zugriff auf die Daten aber auch damit nicht, da sie breit gestreut bei verschiedenen Filehostern liegen und leicht kopiert und wieder veröffentlicht werden können.

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