Wer denn bitte sonst?

0
2178
"Wer die Besten will, muss Ihnen auch was bieten", so der Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion Ulrich Silberbach, über die Herausforderung des Öffentlichen Dienstes, attraktive Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiter zu schaffen. (Foto: Marco Urban, dbb beamtenbund und tarifunion)

“Die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes wissen zwar oft vor Arbeit nicht, wo Ihnen der Kopf steht. Aber sie wissen genau, was ihre Aufgabe ist und wie sie die gut im Sinne der Allgemeinheit machen können”, sagte Ulrich Silberbrach, Bundesvorsitzender des DBB Beamtenbund und Tarifunion (DBB). Diese Expertise gelte es wertzuschätzen und anzuerkennen. Doch dafür müsse viel getan werden, schließlich gehe es um Einigkeit und Recht und Freiheit.

Die Leistungen der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst dürfen nicht in Abrede gestellt werden, weder in Gestalt von pauschalem Schimpfen bis hin zur persönlichen Erniedrigung, Beleidigung oder tätlichen Angriff, so der Bundesvorsitzende auf der 60. DBB-Jahrestagung in Köln. Das Vertrauen in den Staat gehe bei den Menschen dieses Landes verloren. Angesichts der vielfältigen und zahlreichen Herausforderungen und Missstände im Öffentlichen Dienst kein Wunder. Dies würde sich auch in den Wahlergebnissen zu Bundes- und Landesparlamenten widerspiegeln. “Wenn Sie, meine Damen und Herren aus der Politik, die zunehmenden Wahlerfolge von Rechts- und Linksradikalen verhindern wollen, dann starten Sie ein Sofortprogramm für einen starken und handlungsfähigen Staat”, zeichnet Silberbach den Weg auf.

Dazu gehöre zuallererst ein attraktiver bundeseinheitlicher Rahmen bei der Bezahlung und vor allem bundesgrundeinheitliche Besoldungsbedingungen. Der Staat sei verpflichtet, für eine ordentliche Personalausstattung und Bezahlung sorgen, zitierte Silberbach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Letzteres gelte es vor allem in der anstehenden Einkommensrunde zu unterstreichen. Die rund drei Millionen Beschäftigten im Landesdienst hätten ein Recht auf gutes Geld für ihre gute Arbeit. Deshalb führe an den strukturellen Forderungen zur Entgeltordnung und Tabellenstruktur kein Weg vorbei. “Wer die Besten will, muss Ihnen auch was bieten”, so Silberbach.

Zugleich müsse die Zersplitterung bei den Tarifverträgen eingehegt werden. Silberbach fordert daher die Rückkehr zu einem Flächentarifvertrag für den gesamten Öffentlichen Dienst. Und auch die skandalöse “Befristungswut” der öffentlichen Arbeitgeber müsse endlich beendet werden, vor allem im Bildungsbereich, wo Lehrkräfte in den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit entlassen werden.

Dazu gehöre aber auch das Thema Arbeitszeitkonten. Dies habe die Regierungskoalition auf der Agenda. Silberbach schlug vor, die vorhandenen Arbeitszeitkonten auf den Prüfstand zu stellen. Zudem sei es ein interessanter Ansatz, die bestehenden Ausnahmen für eine Altersermäßigung für die über 60-jährigen Beamten zu erweitern.

Es sei einiges zu tun, um den Öffentlichen Dienst fit für die Zukunft zu machen. Nicht nur für Einsteiger, sondern auch für Bestandsbeschäftigten. Denn: “Die können das. Die machen das. Und die schaffen das – wer denn bitte sonst?”, schloss Silberbach.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here