Daten-Diebstahl: Mutmaßlicher Täter identifiziert

0
1886
Im Fall des massenhaften Datenklaus und der Veröffentlichung via Twitter haben Generalstaatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt den mutmaßlichen Täter identifiziert. (Foto: Blogtrepreneur, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Im Fall der Veröffentlichung persönlicher Daten von fast eintausend Politikern und Prominenten ist ein mutmaßlicher Täter ermittelt. Bereits am Sonntag haben die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) die Wohnung eines 20-jährigen Mannes in Mittelhessen durchsucht. Der Beschuldigte sei umfassend geständig und habe in der mehrstündigen Vernehmung Aufklärungshilfe geleistet. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß. Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es keine Hinweise auf Beteiligung Dritter.

Nun sollen weitere Ermittlungen, insbesondere die Untersuchung von Rechnern und weiteren Geräten und Datenträgern aus dem Besitz des Verdächtigen, die Plausibilität von dessen Angaben untermauern. Insbesondere soll die Motivation geklärt werden. In der Vernehmung habe der Beschuldigte angegeben, dass er aus Verärgerung über öffentliche Äußerungen der Geschädigten gehandelt habe, so die Generalstaatsanwaltschaft.
Am Freitag war bekannt geworden, dass eine unter den Namen “0rbiter” und “G0d” agierende Person schon seit Anfang Dezember persönliche Daten von zahlreichen Politikern aller großen Parteien außer der AfD sowie von Prominenten über das Soziale Netzwerk Twitter veröffentlicht hatte. Dabei handelte es sich größtenteils um Mobilfunknummern und E-Mail-Adressen. Veröffentlicht wurden aber auch einige Privatadressen, Fotos, Dokumente und private Kommunikationsverläufe.

Keine Schadsoftware verwendet

In Berlin gab BKA-Präsident Holger Münch an, der mutmaßliche Täter sei bereits vor zwei Jahren aufgrund des Ausspähens von Daten bekannt geworden. Er sei aber nicht vorbestraft. Nach bisherigen Kenntnissen sei für die Abschöpfung der Daten keine Schadsoftware verwendet worden, sondern andere Hacking-Methoden.
Bundesinnenminister Horst Seehofer betonte, die Behörden seien darum bemüht, die veröffentlichten Daten möglichst umfangreich zu löschen. Eine Weiterverbreitung der Daten könne aber wahrscheinlich nicht ganz verhindert werden. “Der Vorfall ist für die Betroffenen sicher schmerzhaft”, sagte Seehofer. Die Sicherheitslage in Deutschland habe sich dadurch aber nicht geändert.

Maßnahmen angekündigt

Der Innenminister kündigte Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit für Bürger an. Das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 solle noch in der ersten Jahreshälfte vorgelegt werden. Damit werde ein einheitliches IT-Sicherheitskennzeichen eingeführt, um das Sicherheitsniveau von Geräten wie Routern für Anwender sichtbar zu machen. Seehofer appellierte aber auch an die Verantwortung der Nutzer für den sicheren Umgang mit sensiblen Daten.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here