Bundeskanzleramt wird ausgebaut

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Das neue Gebäude soll auf westlicher Seite hinter dem bestehenden Kanzleramtsgebäude entstehen und das Architekturensemble "Band des Bundes" von Westen her abschließen. (Foto: BS/Schultes Frank Architekten)

Da das Bundeskanzleramt 18 Jahre nach dem Regierungsumzug an seine Belastungsgrenzen stößt, soll es innerhalb der nächsten zehn Jahre einen großen Erweiterungsbau erhalten. Da das Bundeskanzleramt seit dem Erstbezug eine Reihe neuer Aufgaben wie beispielsweise Terrorbekämpfung, Digitalisierung und Energiewende übernommen habe, seien die Räumlichkeiten zu klein geworden, erklärte Kanzleramtsminister Helge Braun Anfang der Woche in Berlin.

Einhergehend mit den neuen Aufgaben sei auch die Mitarbeiterzahl stets gewachsen. Zählte das Kanzleramt zum Einzug im Jahr 2001 noch 410 Beschäftigte, so arbeiten inzwischen 750 Menschen in dem Gebäude an der Spree. Da der ursprüngliche Bau jedoch nur für maximal 460 Arbeitsplätze ausgelegt ist, mussten mehr als 200 Mitarbeiter des Hauses auf andere Gebäude außerhalb des Kanzlerparks ausweichen, während im Hauptstandort selbst ein Zusammenrücken nötig wurde. Mit dem Erweiterungsbau sollen nun alle Beschäftigten wieder zusammen an einem Ort mit genügend Platz arbeiten können.

Neuer “Campus Kanzleramt”

Die konkreten Planungen für den Neubau, welcher vom bestehenden Kanzleramtsgebäude gesehen auf der westlichen Seite der Spree errichtet wird, sollen noch in diesem Jahr beginnen und werden aufgrund der Komplexität des Projektes voraussichtlich bis ins Jahr 2023 dauern. Die reine Bauzeit soll dann etwa vier Jahre dauern, sodass das neue Gebäude 2028 bezogen werden könnte, sofern es keine Verzögerungen geben sollte.

In dem halbrunden Ergänzungsgebäude mit sechs Stockwerken, welches den westlichen Abschluss des sogenannten “Band des Bundes” bilden wird, sollen rund 400 neue Büros entstehen. Funktionsräume wie Kantine und Veranstaltungsbereich werden in zwei einstöckigen Ergänzungsbauten untergebracht sein, die an das Haupthaus anschließen. Um Platz für das neue, rund 460 Millionen Euro teure Projekt zu schaffen, wird der aktuell genutzte Hubschrauberlandeplatz im Park durch eine Landeplattform auf dem Dach des Neubaus ersetzt. Auf einem angrenzenden, bundeseigenen Grundstück entsteht zudem ein Post- und Logistikbereich. Eine weitere Fußgängerbrücke über die Spree soll den Erweiterungsbau mit den Bestandsgebäuden verbinden. Architekt des Erweiterungsbaus ist das Architekturbüro Schultes Frank Architekten, welches bereits das bestehende Kanzleramtsgebäude entworfen hatte.