IT.NRW verabschiedet sich von Großrechner

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Der Großrechner wird aktuell Stück für Stück zurückgebaut. (Foto:BS/RZ-Managenment IT.NRW)

Nach mehr als 50 Jahren hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen zum Jahreswechsel seinen IBM-Großrechner aus dem Dienst genommen. Obwohl die Technologie auch heute noch nutzbar und konkurrenzfähig sei, waren laut IT.NRW vor allem finanzielle Gründe ausschlaggebend für die Umstellung.

So wurden die Verfahren und Prozesse vor der Abschaltung des IBM-Rechners auf moderne x86-Plattformsysteme migriert. Präsident Hans-Josef Fischer erklärt den Umstieg damit, dass “neue Technologien den heutigen Ansprüchen an eine flexible und kostengünstige Infrastruktur in Rechenzentren besser Rechnung tragen”. So spart der IT-Dienstleister der Landesverwaltung pro Jahr rund fünf Millionen Euro an Betriebskosten durch die Umstellung auf ein modernes Standardserversystem. So kommt IT.NRW der Forderung des Landes nach, einen Haushaltskonsolidierungsbeitrag zu erwirtschaften. Aber auch der Wandel in der IT über die letzten Jahrzehnte spielte bei der Entscheidung eine Rolle. So sei es inzwischen immer schwieriger, Programmierer zu finden, die die Programmiersprache Cobol beherrschen, mit der die IBM-Großrechner programmiert werden.

Mehr als 50 Jahre im Dienst

Der Großrechner war in den 1960er Jahren vom damaligen Statistischen Landesamt NRW angeschafft worden, um Statistikdaten elektronisch verarbeiten zu können. Im Laufe der Jahrzehnte wurden mit dem Rechner viele weitere IT-Aufgaben der Landesverwaltung durchgeführt. In Spitzenzeiten waren es mehr als 150 Fachverfahren gleichzeitig, die das System zu bearbeiten hatte. Diese deckten fast die gesamte Pallette der Landesverwaltung ab, von Wohngeldverfahren über das Verfahren zur Bezügebezahlung von Landesbediensteten und Versorgungsempfängern bis hin zu Verfahren der Schulverwaltung NRW.