Kein Netzausbau mit Huawei?

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Nachdem die USA den Druck auf den Netzwerkausrüster Huawei seit Monaten erhöht haben, prüft nun auch die Bundesregierung, wie man mit dem chinesischen Technologieführer im Echtzeitmobilfunk umgehen soll.

Der Verdacht auf Sicherheitslücken im Huawei-Netz seien der Grund, weshalb das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur nach einem gemeinsamen Gespräch mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Bundesverkehrsministerium und Vertretern des Bundeskanzleramtes, auf eine Prüfung des IT-Konzerns drängen. Das “bedenkliche Justizwesen der Volksrepublik” sei ein weiterer Grund, weshalb Huawei von Datenschützern und Rechtsexperten mit Argusaugen betrachtet wird.

Das BSI und die Bundesnetzagentur wollen deshalb die Sicherheitsauflagen für den Netzwerkausstatter erhöhen. So sollen Telekommunikationsausstatter sich in einer Zertifizierung verpflichten, darüber zu informieren, welche IT-Infrastruktur sie beim Ausbau verbauen und wie sich der Quellcode darstellt.

Die Zeit drängt, da bereits Mitte März die 5G-Frequenzen an die Mobilfunkkonzerne in einer Auktion versteigert werden. Bis dahin müsse Klarheit darüber herrschen, wie zuverlässig Huawei sei. Die Netzbetreiber Telefónica (O2) und die Deutsche Telekom planen offenbar, den chinesischen Netzwerkausrüster von ihren Netzen zu trennen.
Mit diesen Äußerungen vollziehen Politik insbesondere aber die Behörden eine Kehrtwende gegenüber Huawei. Weder die Telekom noch das BSI hatten bisher Sicherheitslücken nachgewiesen, es blieb bei Vermutungen. In einigen Kernbereichen der Regierungsnetze wurde nicht nur auf Huawei, aber auch auf ZTE (staatlicher chin. Anbieter von Netzwerkkomponenten) und Kaspersky (russ. Anbieter von IT-Sicherheitssoftware) verzichtet. Bisher hieß es als Reaktion auf den massiven US-Druck, man wolle in Netzen auch bei der Telekom “rückläufig” (weniger) Huawei verbauen, nun steht eine komplette Ausgrenzung im Raum.

Befürchtungen der Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass ein sogenannter “Kill Switch” erfolgen könne, wenn die politische Krise zwischen China und dem Westen eskaliert. Dann bestünde das Risiko, dass die Chinesen die Netze durch eine installierte Software ausschalten.

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