Russland testet Internet-Abschottung

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Im Fall eines ausländischen Angriffs will Russland alle Verbindungen zum weltweiten Internet kappen. Ein Testlauf soll noch im Frühjahr erfolgen. (Foto: Tim Reckmann, www.pixelio.de)

Die russische Regierung plant im Rahmen eines großangelegten Tests, das russischsprachige Internet (RuNet) vom Rest des Internets zu trennen. Dazu müssen die Provider den inländischen Datenverkehr über lokale Austauschpunkte lenken, an denen die russische Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor sicherstellen soll, dass dieser nicht über ausländische Server laufen kann.

Der Test soll zeigen, dass eine Abschottung und Aufrechterhaltung des innerrussischen Teils des Internets als Maßnahme bei ausländischen Angriffen funktioniert. Ende 2018 wurde im russischen Parlament ein Gesetzentwurf im Parlament eingebracht, der Provider zur Mithilfe verpflichten soll. Berichten nach seien diese mit dem Ziel der Gesetzesinitiative einverstanden, befürchteten aber Störungen im russischen Internetverkehr.
Die Kosten für die notwendigen technischen Umbaumaßnahmen in der Netz-Infrastruktur sollen von der Regierung getragen werden. Kritiker befürchten, dass die Umleitung über behördliche Austauschknoten nicht nur der Abschottung bei Angriffen, sondern auch der staatlichen Kontrolle des Internetverkehrs diene.

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