Machine Learning in der Kritik

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Oftmals geschmäht: Machine Learning und Künstliche Intelligenz sind nicht selten mit dem Nimbus belegt, gesellschaftszersetzend zu sein. Das Fachforum "Chancen durch Künstliche Intelligenz" auf dem Netzwerk "Digitaler Staat" möchte diese These hinterfragen.

Im Zeitalter der Daten ist die Erkenntnis über Krisen für Regierungen durch gezielte IT-Recherche essenziell geworden. Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) wird die IT-gestützte Krisenfrüherkennung dazu verwendet, um digitale Konfliktherde automatisiert zu analysieren.

Das Bundesverteidigungsministerium macht sich die Technologien des Machine Learning zu Nutze, um datenbasiert mit intelligenten Algorithmen auf Spurensuche nach potenziellen Gefahren zu gehen. Die Entwicklung und Prüfung der lernfähigen Software ist ein hoher Kostenfaktor, der in die Millionen geht.

KI gegen Terror

Rund 15 Millionen Euro sind durch das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) in ein noch im Prüfverfahren befindlichen IBM-Projekt der Bundeswehr geflossen. Die IBM-Wissensdatenbank Watson ist mit Datenmaterial gefüllt, welches über bewaffnete Konflikte und terroristische Anschläge Auskunft gibt.

Die verwendeten Datensätze speisen sich aus sogenannten Ereignisdatenbanken wie zum Beispiel der “Global Terrorism Database” (GTD). Sollte die Testphase des Projektes als Erfolg verbucht werden, will die Bundeswehr noch zusätzlich Daten des “Militärischen Nachrichtenwesens der Bundeswehr” integrieren.

Technologie (noch) nicht ausgereift

Auch das Außenministerium erprobt gerade KI und Machine Learning. Es analysiert die Sozialen Medien auf “Desinformationen und Kampagnendynamiken” welche die “deutsche Außenpolitik” beträfen, so die Bundesregierung. Auf Facebook oder Twitter könnten demnach “datenschutzkonforme computergestützte Auswertungen” vorgenommen werden.

Das Auswärtige Amt nutze zu diesem Zweck unterschiedliche Datenbanksysteme wie Sybase oder SAP Hana. Hinzu kämen das Datenverwaltungssystem “Data Services”, die Softwarepakete BI Platform, Lumira, Design Studio sowie die Predictive Anaytics Suite.
Von Seiten der Wissenschaft gibt es Kritik.

Die Effizienz der genutzten Technologien sei fraglich, da Machine Learning nach derzeitigem Stand der Forschung an die Grenzen stoße, Fake News “automatisiert” und als solche “zuverlässig” zu erkennen. Das habe laut Bundesregierung eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) ergeben.

Digitale Staaten brauchen KI

Trotz aller Risiken birgt KI Chancen, auf die ein moderner Staat nicht verzichten kann. Die Automatisierung erleichtert Arbeitsprozesse, maximiert Arbeitsleistung, schöpft Potenziale, schafft mehr Sicherheit. Auf dem Netzwerk “Digitaler Staat”, das am 2. und 3. April in Berlin stattfinden wird, geht es in dem Fachforum “Chancen durch Künstliche Intelligenz” um das Für und Wider der KI. Weitergehende Informationen, mit der Möglichkeit zur Anmeldung, erhält man auf www.digitaler-staat.org.

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