Gemeinsame Übung in Masar-i Scharif

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Niederländische Kommandotruppen stürmen das "entführte" Flugzeug. (Foto: Bundeswehr, Oliver Pieper)

Bei der Übungslage MASCAL (“Mass Casualty”) übten neulich deutsche Sanitäter und niederländische Spezialkräfte gemeinsam am Flughafen der nordafghanischen Stadt Masar-i Scharif die mehrtägige Geiselnahme von Insassen eines zivilen Verkehrsflugzeuges.

Ende des vergangenen Jahres hatte US-General Austin “Scott” Miller, Kommandeur der NATO-Mission “Resolute Support”, nach zwei Anschlägen in der Hauptstadt Kabul befohlen, dass derartige Rettungsszenarien regelmäßig geübt werden müssten.

Bei einer ersten Übung dieser Art war beispielsweise der Stress noch so hoch, dass zwischendurch Deutsch statt Englisch gesprochen wurde. Das Szenario haben diesmal die niederländischen Spezialkräfte ausgearbeitet. Hier machten sich die Verbindungen der niederländischen Anteile der Sanitätskompanie positiv bemerkbar.

Hand in Hand arbeiteten die Sanitätskräfte mit den Spezialkräften. Die Rettungskette funktionierte. “Schnell, raus aus der Gefahrenzone”, lautet der erste Ansatz, hin zu einer eilig angelegten Verwundeten-Sammelstelle in sicherer Entfernung. Hier wurden die “Verwundeten” weiter versorgt. Der leitende Arzt bewertete den Grad der Verwundung und entschied über die Priorität von Transport und Versorgung.

Fachlich ist es eine Triage – aber nicht nach dem Schema ehemaliger Kriegsszenarien. “Wir entscheiden hier nicht, ob ein Verwundeter noch zu retten ist oder nicht“, sagte der deutsche Oberstarzt Dr. Arne M., der als oberster Mediziner und medizinischer Berater des Kommandeurs die Oberaufsicht über die Übung hatte. “Unser Ziel ist es, möglichst viele zu retten und die Schwerstverletzten so schnell wie möglich klinisch zu versorgen.”

2015 begann die NATO-Mission zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte als ISAF-Folgemission. Die US-Streitkräfte bezeichnen den Einsatz als Operation “Freedom’s Sentinel”.

Aktuell (Stand Anfang Februar) beteiligen sich rund 1.200 Bundeswehr-Soldaten an der Operation “Resolute Support”. Die vom Bundestag gebilligte Mandatsobergrenze beträgt 1.300.

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