Datenschutzzentrum in Kiel braucht mehr Personal

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Die Personaldecke im Datenschutzzentrum in Schleswig-Holstein "reicht vorne und hinten nicht für eine effektive Datenschutzaufsicht", wie die Leiterin Marit Hansen sagte. (Foto: Richard Patterson, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein braucht deutlich mehr Personal, denn “die Personaldecke reicht vorne und hinten nicht für eine effektive Datenschutzaufsicht”, wie die Leiterin und Landesbeauftragte für den Datenschutz Marit Hansen erklärte. “Etwas Linderung versprechen wir uns davon, dass wir dieses Jahr drei neue Stellen besetzen dürfen – aber dies wird nach meiner Einschätzung nicht reichen”, sagte sie.

Hansen sagte, dass sie aufgrund der steigenden Anforderungen an das Datenschutzzentrum gewiss 20 neue Stellen gebrauchen würde; sie verstehe aber, dass dies zurzeit finanziell nicht aussichtsreich sei. Beträchtlich zugenommen haben die eingehenden Beschwerden im vergangenen Jahr. Seit Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung im Mai letzten Jahres stieg die Zahl auf das Drei- bis Vierfache: Nunmehr seien es monatlich 80 bis 100, nach zuvor 20 bis 30.
“Die Zahl der Beschwerden ist unverändert hoch, jeden Tag kommen neue Fälle, die bearbeitet werden müssen”, sagte Hansen. “Was mich beunruhigt: Jeden Tag erhalten wir Meldungen zu Datenpannen, bei denen personenbezogene Daten in falsche Hände gelangt sind.” Oft seien die Verarbeiter von Daten nach solchen Ereignissen hilflos und wüssten nicht, was zu tun ist, um den Schaden einzugrenzen und Wiederholungen zu verhindern.

“Ich bin sicher, dass wir bisher nur über einen Bruchteil der Datenpannen informiert werden.” Hier bestehe noch großer Nachbesserungsbedarf. Es gebe auch immer wieder Datenverarbeiter, die gar nicht daran denken, die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung ernst zu nehmen, erklärte Hansen.

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