Mindestens 504 Ertrunkene

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Die Kräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG, Foto) konnten im vergangenen Jahr zwar zahlreiche Personen aus dem Wasser retten. Es ertranken aber dennoch mindestens 504 Menschen. (Foto: DLRG)

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 504 Personen ertrunken. 435 von ihnen, und damit rund 86 Prozent aller Opfer, starben in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen. Im Vergleich zu 2017 nahm die Gesamtzahl der Badetoten laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) um fast 20 Prozent zu.

Die meisten Ertrinkungsfälle ereigneten sich an ungesicherten Badestellen, insbesondere im Binnenland. Dazu sagte DLRG-Präsident Achim Haag: “Binnengewässer führen leider noch immer die Ertrinkungsstatistiken an, denn sie werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht.” Das Risiko, hier zu ertrinken, sei deutlich erhöht.
In Schwimmbädern ertranken 2018 29 Personen und damit 17 mehr als 2017. In privaten Swimmingpools starben zwei Menschen, in Nord- und Ostsee 25. Besonders viele Tote waren in den Monaten Juni und Juli zu verzeichnen. In diesem Zeitraum fanden 212 Menschen im kühlen Nass den Tod.

Die weitaus meisten Ertrunkenen waren hierzulande im vergangenen Jahr Männer (rund 72 Prozent). Häufige Gründe waren Alkoholmissbrauch, Leichtsinn, Selbstüberschätzung und Risikobereitschaft. Besonders betroffen sind ältere Personen. In der Altersklasse ab 55 Jahren ertranken 2018 203 Menschen (40,3 Prozent der Gesamtzahl). Zudem starben elf Kinder im Grundschul- und 15 im Vorschulalter. Eine besondere Risikogruppe stellen laut DLRG Flüchtlinge dar. Von ihnen ertranken im vergangenen Jahr 33, darunter fast ausnahmslos Nichtschwimmer.

Regional betrachtet verzeichnete Bayern mit 89 Personen die höchste Zahl an Badetoten. Auf den weiteren Plätzen folgen Nordrhein-Westfalen (63), Baden-Württemberg (62), Niedersachsen (61), Hessen (36) sowie Mecklenburg-Vorpommern (31).

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