Stromnetz geht an Land Berlin zurück

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Das Stromnetz in Berlin wird künftig von einer landeseigenen Gesellschaft betrieben. (Foto: StockSnap, CC0, www.pixabay.com)

Die Vergabestelle der Finanzverwaltung Berlin hat entschieden, dass das Stromnetz der allgemeinen Versorgung künftig von der landeseigenen “Berlin Energie” betrieben wird. Im Konzessionsverfahren hat der Landesbetrieb das beste Angebot für das 36.000 Kilometer lange Netz abgegeben. Die Konzession würde für 20 Jahre gelten.

Damit ist der bisherige Betreiber Vattenfall und sein Tochterunternehmen Stromnetz Berlin bei dem jahrelangen Vergabeverfahren leer ausgegangen. Die Entscheidung, das Stromnetz wieder in Landeshand zu geben, entspricht dem Ziel der rot-rot-grünen Regierung aus dem Koalitionsvertrag, dieses zu rekommunalisieren. Zu dem umfangreichen Katalog an Kriterien gehörten etwa Verbraucherfreundlichkeit, Umwelt- und Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Neben Berlin Energie und Vattenfall hatte sich auch die Genossenschaft BürgerEnergie beworben.

Der Geschäftsleiter von BerlinEnergie, Wolfgang Neldner, kündigt unterdies an, alle Vattenfall-Beschäftigten aus dem Netzbetrieb zu übernehmen. Er geht davon aus, dass Vattenfall rund 1,5 Milliarden Euro für das Netz verlangen kann. Die Opposition geht sogar von rund zwei Milliarden Euro aus und kritisiert den Beschluss. Abzuwarten bleibt allerdings noch, ob Vattenfall gegen die Entscheidung vor Gericht zieht – wie es bereits der Fall war, als sich das Unternehmen ob der Vergabekriterien der Finanzverwaltung benachteiligt sah. Vattenfall scheiterte vor dem Kammergericht.

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